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Erstes Buch. Zweiter Abschnitt.
Thiere, das Wasser bringe hervor sein Lebendiges!“ als ob er sagte,die Materie bringe sie hervor! Denn bei Moses ist das materiellePrincip der Dinge Wasser, und deshalb sagt er, dass der wirksambildende Verstand, den er Geist nennt, über den Wassern schwebte,nnd indem er diesen die hervorbringende Kraft verlieh, wurde dieSchöpfung. Sie Alle wollen demnach, dass nicht durch Zusammen-setzung, sondern durch Scheidung und Entwickelung die Dinge ent-stehen, und deshalb ist die Materie nicht ohne die Formen,vielmehr enthält sie dieselben alle; und indem sie entfaltetwas sie eingehüllt in sich trägt, ist sie in Wahrheit alle Natur unddie Mutter der Lebendigen.
Vergleichen wir diese Begriffsbestimmung, welche M. Carriereals eine der grössten Thaten in der Geschichte der Philosophie be-zeichnet, mit der des Aristoteles, so finden wir den grossen unddurchgreifenden Unterschied, dass Bruno die Materie nicht als dasMögliche, sondern als das Wirkliche und Wirkende fasste. AuchAristoteles lehrte, dass in den Dingen Form und Materie eins seien;allein indem er die Materie definirte als die blosse Möglichkeit, allesdas zu werden, was die Form aus ihr mache, fiel letzterer alleinwahre Wesenheit zu. Diese Bestimmungen kehrt Bruno uni. Ermacht die Materie zu dem wahren Wesen der Dinge und lässt siealle Formen aus sich selbst hervorbringen. Dieser Satz ist materia-listisch und wir hätten daher allen Grund, Bruno dem Materialismusvöllig zu vindiciren, wenn nicht seine Durchbildung des Systemsauf entscheidenden Punkten eine pantheistisclie Wendung nähme.
Zwar ist auch der Pantheismus an sich nur eine Modifikation
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irgend eines andern monistischen Systems. Der Materialist, welcherGott als den Inbegriff aller an sich beseelten Materie definirt, wirddamit zum Pantheisten, ohne seine materialistische Basis aufzugeben.Allein die natürliche Folge der Richtung des Geistes auf Gott unddie göttlichen Dinge pflegt die zu sein, dass jener Ausgangspunktvergessen wird, dass die Ausführung des Gegenstandes mehr undmehr wieder die Seele des All nicht als nothwendig durch die Materieselbst gesetzt auffasst, sondern als das begrifflich wenigstens voran-gehende schöpferische Princip. In dieser Weise bildete auch Brunoseine Theologie aus. Mit der Bibel fand er sich so ab, dass erlehrte, da die Bibel für das Volk sei, so hätte sie sich auch dessennaturhistorischen Anschauungen anbequemen müssen, denn sonst würdesie gar keinen Glauben gefunden haben. I11 seiner Ausdrucksweise