Der Materialismus des siebzehnten Jahrhunderts.
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nicht Atomist war, haben wir schon gesehen. Er konnte aber auchim Zusammenhang seiner Gedanken über das Wesen der Dinge un-möglich Atomist sein. Wie auf alle anderen Begriffe, so wendet erdie Kategorie der Relativität namentlich auch auf den Begriff desKleinen und Grossen an. Die Entfernung mancher Fixsterne vonder Erde sei so gross, lehrt er, dass ihr gegenüber die ganze Ent-fernung der Erde von der Sonne nur wie ein Punkt erscheine;nicht anders verhalte es sich mit den Theilchen, dieuns klein erscheinen. Es giebt also in dieser Richtung eben-falls eine Unendlichkeit, und was der menschliche Physiker alskleinstes Körperchen betrachtet, weil er für seine Theorie einer sol-chen Annahme bedarf, ist wieder eine Welt mit unzähligen Abstufungendes Grössten und des Kleinsten.
ln seiner Lehre von der Empfindung ist schon der volle Sen-sualismus Lockes im Keime vorhanden, llobbes nimmt an, dass sich dieBewegungen der körperlichen Dinge durch Uebertragung auf das Mediumder Luft unsern Sinnen mittheilen, von da zum Gehirn und vom
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wegung rückläufig, und die vom Herzen ausgehende Rückbewegung istdie Empfindung. Es kommt also von den leuchtenden Körpern keinLicht, von den tönenden kein Schall, sondern von beiden nur gewisseFormen der Bewegung. Licht und Schall sind Empfindungen undentstehen als solche erst in unserm Innern als rückläufige, vom Herzenausgehende Bewegung. Hieraus ergiebt sich die seusualistische Fol-gerung, dass alle sogenannten sinnlichen Qualitäten alssolche nicht den Dingen angehören, sondern nur in unsselbst entstehen. Es ergiebt sich aber aus derselben Anschauungs-weise auch der echt materialistische Satz, dass auch die mensch-liche Empfindung nichts ist, als Bewegung körperlicherTheile, veranlasst durch die äussere Bewegung der Dinge.
Die Frage, ob es nothwendig sei, äussere Vorgänge anzunehmen,welche den sinnlichen Qualitäten in uns direct entsprechen, hat Hobbessich nicht gestellt. Er verband die materialistische Grundanschauungmit sensualistischen Elementen, ohne sich des tiefen Zwiespalteszwischen den äussersten Consequenzen beider Anschauungsweisenbewusst zu werden. Auch Locke zog die Consequenzen desSensualismus nicht; erst bei Berkeley, der an der Wirklich-keit der ganzen Aussenwelt zweifelte, traten sie in vollem Massehervor.