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Erstes Buch. Vierter Abschnitt.
unmöglich ist, und die, wenn wir sie wüssten, uns um nichts glücklichermachen würde?
Man verweist mich auf die Schriften berühmter Apologeten; aberwas enthalten sie, als langweilige Wiederholungen, die eher dazu die-nen, den Atheismus zu befestigen als ihn zu untergraben. Das grössteGewicht wird von den Gegnern des Atheismus auf die Zweckmässigkeitder Welt gelegt. Allein hiegegen wird mit Diderot bemerkt, dassZerstörung des Zufalls noch kein Beweis der Existenz Gottes ist,weil es ganz wohl etwas geben kann, was weder Zufall, noch Gottist, und was die Dinge so hervorbringt, wie sie sind, nämlich dieNatur. „So ist das Für und das Wider,“ schliesst De la Mettriediese Betrachtung; „ich ergreife keine Partei“. Man sieht aber offengenug, welche Partei er ergreift. Er erzählt nämlich weiter, dass eralles dies einem Freunde, einem „Skeptiker (pyrrhonien)“ wie er, mit-getheilt habe; einem Manne von vielem Verdienst und wertli einesbesseren Loses. Dieser Freund habe gesagt, dass es freilich un-philosophisch sei, sich über Dinge zu beunruhigen, die man dochnicht ausmachen könne; dennoch werde die Welt niemals glück-lich sein, wenn sie nicht atheistisch sei. Und dies waren dieGründe des „abominablen“ Menschen: Wenn der Atheismus allgemeinverbreitet wäre, würden alle Zweige der Religion mit der Wurzel ab-geschnitten sein. Alsdann gäbe es keine theologischen Kriege mehr;Religionssoldaten, so fürchterliche Soldaten, wären nicht mehr. DieNatur, die von dem geheiligten Gift angesteckt war, würde ihre Rechteund ihre Reinheit wieder gewinnen. Taub gegen jede andre Stimmewürden die Menschen ihren individuellen Antrieben folgen, und dieseAntriebe allein können über die angenehmen Pfade der Tugend zumGlück hin führen.“ •
De la Mettries Freund hat nur vergessen, dass auch die Religionselbst, wenn man von aller Offenbarung absieht, zu den natürlichenTrieben des Menschen gehören muss, und wenn dieser Trieb zu allemUnglück führt, so ist nicht einzusehen, wie alle übrigen Triebe, diedoch aus derselben Natur hervorgehen, glücklich machen sollen. Esist hier wieder nicht eine Consequenz, sondern eine Inconsequenz desSystems, was zu den destructiven Folgerungen führt. Auch die Un-sterblichkeit behandelt De la Mettrie in einer ähnlichen Weise, wiedie Vorstellung von Gott; doch gefällt er sich offenbar in der Rollesie als möglich darzustellen. Auch die klügste der Raupen, meint er,hat wohl nie recht gewusst, dass noch ein Schmetterling aus ihr