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Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart / von Friedrich Albert Lange
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179
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Der Materialismus des achtzehnten Jahrhunderts.

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werden sollte; vir kennen nur einen geringen Theil der Natur, undda unsre Materie ewig ist, wissen wir nicht, was aus derselben nochwerden kann. Unser Glück hängt hier von unserer Unwissenheit ab.Wer so denkt, wird weise und gerecht sein, ruhig über sein Loosund folglich glücklich. Er wird den Tod erwarten, ohne ihn zufürchten, noch nach ihm zu verlangen.

Es ist auch liief nicht zu bezweifeln, dass es diese negative Seitedes Schlusses allein ist, für die sich De la Mettrie interessirt, undauf die er, nach seiner Art auf Umwegen, hinlenkt. Er findet denBegriff einer unsterblichen Maschine durchaus nicht widersprechend,aber nicht um die Unsterblichkeit zu haben, sondern um die Maschinen-natur allseitig zu befestigen. Wie sich De la Mettrie die Unsterblich-keit seiner Maschine auch nur gedacht hat, lässt sich freilich nichtabsehen; ausser dem Vergleich mit der Raupe findet sich keinerleiAndeutung, und es sollte auch wohl keine gegeben werden.

Das Princip des Lebens findet De la Mettrie nicht nur nichtin der Seele (diese ist ihm nur das materielle Bewusstsein) er findetes auch nicht im Ganzen, sondern in den einzelnen Theilen.Jede kleine Faser 1 des organisirten Körpers regt sich durch ein ihrinnewohnendes Princip. Iliefür führt er folgende Gründe an:

1. Alles Fleisch der Thiere zuckt noch nach dem Tode, und umso länger, je kälter von Natur das Thier (Schildkröten, Eidechsen,Schlangen).

2. Die Muskeln ziehen sich, wenn man sie reizt, zusammen.

3. Die Eingeweide behalten ihre peristaltische Bewegung lange Zeit.

4. Injection von warmem Wasser belebt das Herz wieder (Cowper).

5. Das Herz des Frosches bewegt sich noch über eine Stunde nachseiner Abtrennung.

6. An einem Menschen hat man nach Baeo ähnliche Beobachtungengemacht.

7. Experimente an Herzen von Hähnchen, Tauben, Hunden, Ka-ninchen. Die abgerissenen Pfoten des Maulwurfs bewegensich noch.

8. Raupen, Würmer, Spinnen, Fliegen, Schlangen zeigen dasselbe.In warmem Wasser vermehrt sich die Bewegung der abgetrenntenTlieile („ä cause du feu qu’elle contient").

9. Ein betrunkener Soldat schlug einem Truthahn mit dem Säbelden Kopf ab. Das Thier blieb stehen, ging und lief endlich.

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