Die neuere Philosophie.
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aber ist die berühmte Consequenz der Theologie eben so bedeutungs-los als die Behauptung, dass Czolbe die nothwendige Consequenz desMaterialismus vertrete. In der Dogmatik der katholischen Kirche,die so oft als besonders consequent gerühmt wird, läuft die ganzeConsequenz darauf hinaus, dass die nämliche petitio principii, dassdie Kirche im Besitz der Wahrheit ist, immer und immer wieder-kehrt, bald versteckt, bald unverhüllt. Aehnlich steht es mit anderndogmatischen Systemen. Der Werth der kirchlichen Lehren gegen-über einem mittelmässigen Philosophem besteht vielmehr nur in ihrertieferen sittlichen Wirkung, und hier, nicht in der Consequenz derExtreme, liegt auch der Punkt, welcher Czolbe mit der Kirchenlehre,trotz des tiefen materiellen Gegensatzes versöhnt. Im Wesentlichenmüssen wir aber auch diesen merkwürdigen Versuch, den Materialis-mus durch die Begründung auf ein sittliches Princip — das der Zu-friedenheit mit der bestehenden Welt ■— begründen.zu wollen, als ge-scheitert betrachten. Die wirkliche Welt ist eben nicht so geduldig,wie die intelligible. Wo schon der erste Grundsatz des Systems einegenügende Welterklärung fordert, da müsste auch eben eine allen An-forderungen des Denkers genügende Erklärung geboten werden. Dieskonnte Demokrit für den Standpunkt des Alterthums durch die Ato-mistik leisten. Heutzutage wird es kein System mehr leisten, welchesnicht durch eine gemilderte Skepsis sich selbst wieder Schranken setzt.Dies ist denn auch im Ganzen der Weg, welchen der heutige Mate-rialismus geht. Man könnte vielleicht bei einzelnen Persönlichkeiten,wie z. B. bei Büchner, nachweisen, wie sie allmählig aufhören, Mate-rialisten zu sein, indem sie mit immer grösserer Sicherheit den Ke-lativismus handhaben. Eins der bedeutendsten Erzeugnisse dieserRichtung ist jedenfalls das Werk, welches in den letzten Jahren unterdem Titel: „Isis. Der Mensch und die Welt“ in vier inhaltreichenBänden erschienen ist. Es gehört jedoch schon zu sehr der Gegen-wart an, und hat dabei trotz seines reichen Inhaltes noch zu wenigauf die Zeitgenossen eingewirkt, um uns zu einer Besprechung zuveranlassen; zumal, da unser Plan es mit sich bringt, die wichtigstenFragen nunmehr auf die besondern Gebiete der positiven Wissenschaftenzu verfolgen.
Lange, Gesch. d. Mat.
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