Die neueren Naturwissenschaften.
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todtes Infusionsthierchen in der Luft nachweist; niemals ein lebendesoder ein Ei. Die Schwierigkeit der früheren Erklärung scheint sichdadurch zu vervielfältigen, dass in verschiedenen Aufgüssen, überwelche dieselbe Luft streicht, ganz verschiedene Arten von Pilzenentstehen. Hält man nämlich mit Plouchet an dem Dogma von derUnveränderlichkeit der Arten fest, so müssten in jeden Aufguss nachmechanischen Gesetzen die Keime aller dieser verschiedenen Artenniederfallen, von denen dann nur diejenige Art Leben erhält, welcheden entsprechenden Boden findet. Die Schwierigkeit, welche schonEhrenberg durch seine künstliche Hypothese zu beseitigen suchte,würde sich dadurch vervielfältigen. Hier aber kommt freilich diedurch Darwin so mächtig angeregte Frage in Betracht, und Vogthat gewiss das Richtige getroffen, wenn er aus einer Combinationder Gesichtspunkte, die sich aus den beiden Streitfragen ergeben,und zwar speciell aus Untersuchungen über die niedersten Organismendes Thier- und Pflanzenreiches für die nächste Zeit wichtige Auf-schlüsse erwartet. Für die Frage des Materialismus in philoso-phischem Sinne kann sich zwar in keinem Falle hier eine Entschei-dung ergeben. Man darf die zufällige Position, welche die Kämpferauf dem Boden der Thatsachen nehmen, nicht mit den wahren Ent-scheidungsgründen verwechseln. In jedem Falle werden sich Fürund Wider neue Hypothesen finden, mittelst deren der Kampf mitAnstand fortgesetzt werden kann.
Anderseits dürfen die hier für den Fortschritt wissenschaftlicherErkenntuiss zu gewinnenden Resultate auch nicht unterschätzt .werden.Was der Philosoph so leicht antecipirt, den unbedingten und lücken-losen Causalzusammenhaug alles Geschehens, das müssen die posi-tiven Wissenschaften doch immer erst Schritt für Schritt aufzeigen,bevor es auf die Massen wirkt und mit dem Glauben an den höhernBeruf der menschlichen Vernunft das Vertrauen auf die sichern Wegedes intellectuelleu Fortschritts erweckt. Das Gesetz der Erhaltungder Kraft als philosophisches und selbst als mathematisches Theoremwirkt nur auf Wenige; wenn aber ein Joule mit unendlicher Aus-dauer das mechanische Aequivalent der Wärme bestimmt, so brichtes sich Bahn. Man kann viel reden über die höhere Einheit derorganischen und der unorganischen Welt; man will doch diese Ein-heit erst sehen. Organische Stoffe sind längst durch unsere Che-miker dargestellt; aber noch keine Organismen. Wir haben ge-sehen, dass Liebig sogar die Möglichkeit einfach leugnete; die