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Zweites Buch. Zweiter Abschnitt.
Affen gleich den Löwen und Bären in ihrer Entwicklung zurück-gegangen seien, während der Mensch-Affe, auf die ersten Anfängeseiner intellectuellen Entwicklung gestützt, fortzuschreiten begann.Man könnte dann den Augenblick dieser Scheidung der Wege alsden wahren Ursprung des Menschengeschlechtes betrachten und würdeschliesslich sich daran gewöhnen, den Ursprung aus einem schonhoch organisirten Thierkörper sogar schicklicher und zusagender zufinden, als den aus einem unorganischen Erdenkloss.
So steht aber die Sache nicht. Nicht nur ist zu einer solchenHypothese bisher keine Veranlassung, sondern es würde auch schliess-lich unserVerstand keine Befriedigung finden, wenn nicht auch jenerUr-Affe gedacht werden könnte, als hervorgegangen aus den einfach-sten Formen organischen Daseins durch endlose Zwischenstufen undunabsehbare Zeiträume. Auf der andern Seite ist gewiss nicht diemindeste Veranlassung, weder beim Menschen noch beim Affen, einegar zu beschränkte Zahl von Stammplätzen und Stammvätern anzu-nehmen. Vogt hat vollkommen Recht, wenn er darauf aufmerksammacht, dass ja auch jetzt selbst die einzelligen Thierchen noch diegrösste Mannigfaltigkeit der Organisation verrathen. Aus DarwinsPrincip der natürlichen Inzucht kann man höchstens eine entfernteMöglichkeit der Abstammung aller Thiere von einer gemeinsamenUrform erschliessen. Mit dieser Möglichkeit ist aber weiter nichtsanzufangen; vielmehr ist ungleich wahrscheinlicher, dass von Anbe-ginn an eine grosse Reihe verschiedner Keime bestand, welche sichbald in neue Arten differenzirten, bald wieder durch Mischung oderAussterben einzelner Arten reducirten.
Was den Menschen betrifft, so ist es jedenfalls am einfachsten,ihn vom Menschen abzuleiten, wobei man sich denn immerhin fürden naturphilosophischen Hausgebrauch vorstellen mag, dass diesGeschlecht zwar gleich allen andern Wesen endlose Formen durch-laufen, aber von Anbeginn sich durch eine unter gleichen Umständensiegreiche Perfektibilität unterschieden habe. Eine weitere Ausmalungdieses Gedankens geht jedoch gleich ins Bedenkliche über, da derMöglichkeiten zu viele sind, um mit einiger Aussicht etwas entferntWahrscheinliches selbst in den vagsten Formen errathen zu lassen.So hat ein zu weit gehender Ausdruck in Snell’s geistvoller Schriftüber die Schöpfung des Menschen (Jena 1863) sofort den Spott derbedächtigeren Naturforscher erregt, obwohl Snell offenbar auf diesemGebiete — wie vielleicht Fechner auf dem kosmischen — dem Ziel