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Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart / von Friedrich Albert Lange
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Die neueren Naturwissenschaften.

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Klavierspielers Dur, Moll, Allegro, Adagio und Fortissimo jedes ineinem besondern Schlupfwinkel entdecken wollte.

Man sagt mir: „Aber Furcht, Hoffnung, Eifer deines Kaufmannessind doch auch etwas; du magst nun den Ausdruck „Bewusstsein“als unklar verwerfen; aber der Mann empfindet doch etwas. Solldenn das keinen Grund haben?“ In der That, beinahe hätten wil-den nervus sympathicus vergessen, den Einfluss des nervus vagusauf die Ilerzbewegung und alle die zahlreichen durch den ganzenKörper sich erstreckenden Wirkungen der Revolution, welche imGehirn vorgeht, wenn ein so kleiner Impuls der Aussenwelt denMenschen in die lebhafteste Bewegung versetzt. Wir wollen auchdiese Ströme kennen lernen, bevor wir uns zufrieden geben. Wirwollen von den zahlreichen bald starken, bald verschwindenden Em-pfindungen, die der Eine auf der Zunge, der Andre in der Magen-gegend, Dieser in den Waden, Jener auf dem Rücken verspürt, mög-lichst genau wissen, wie sie entstehen; ob bloss in den Central-theilen, oder durch einen Kreislauf centrifugaler und centripetalerLeitungen. Dass letzterer eine grosse Rolle in allen Empfindungenspielt, geht aus zahllosen Erscheinungen mit Sicherheit hervor.

Czolbe wurde von seinen Gegnern besonders mitgenommen.,weil er zur Entstehung des Selbstbewusstseins eine in sich selbstzurücklaufende Bewegung des Nervenfluidums verlangte, die er inden einzelnen Ganglienkugeln vor sich gehen Hess. Es ist mir dabeiimmer aufgefallen, dass der wirklich stattfindende Kreislauf derNerventhätigkeit, welcher in allen Empfindungen eine so grosse Rollespielt, bisher fast gar nicht beachtet wird. Bei jeder lebhaften Er-regung der Hirnthätigkeit läuft ein Strom von positiven oder nega-tiven *Wirkungen mittelst der vegetativen und motorischen Nervendurch den ganzen Körper, und erst indem wir von den dadurch inunserm Organismus bewirkten Veränderungen mittelst der sensiblenNerven wieder Rückwirkungen erhalten, „empfinden“ wir unsre eigneGemüthsbewegung. Ob nun der subjektive Zustand, den wir Empfin-dung nennen, mit diesem ganzen Kreislauf verbunden ist, oder mitden Spannungszuständen, die nach seiner Vollendung im Centralorganentstehen, oder mit andern, gleichzeitig entstehenden Bewegungenund Spannungszuständen innerhalb der Centralorgane, das lassen wirdahingestellt; wenn man uns nur diese Spannungszustände nachweisenund die Regeln jenes Kreislaufs mit all seinen millionenfach ver-schiednen Combinationen enthüllen könnte.