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Zweites Buch. Zweiter Abschnitt.
bedeutend wahrscheinlicher, dass auch ■ die letzteren auf einem physi-schen Mechanismus beruhen. —
Hätte die Sache nicht noch eine ganz andre Seite, so würde derMaterialismus in den hieher gehörigen Untersuchungen nur eine neueStütze finden. Die Zeit, wo man sich einen Gedanken als Secreteines besondern Gehirntheils oder als Schwingung einer bestimmtenFaser denken konnte, ist freilich vorüber. Man wird sich heute schondaran gewöhnen müssen, die verscliiednen Gedanken als verschiedneThätigkeitsformen derselben mannigfach zusammenwirkenden Organeaufzufassen. Was könnte nun dem Materialismus willkommener sein,als der Nachweis, dass bei Gelegenheit der Sinneswahrnehmungen inunserm Körper sich ganz unbewusste Vorgänge ereignen, welchein ihrem Resultat vollständig mit den Schlüssen übereinstimmen?Sind nicht dadurch die höchsten Funktionen der Vernunft einerwenigstens theilweisen materiellen Erklärung um einen bedeutendenSchritt näher geführt? Wenn man den Materialisten mit dem un-bewussten Denken kommt, so haben sie dagegen nicht nur dieWaffe des gesunden Menschenverstandes, dem darin ein Widerspruchzu liegen scheint, sondern sie können sofort so schliessen: Was un-bewusst ist, muss körperlicher Natur sein, da man ja die ganze An-nahme einer Seele nur auf das Bewusstsein gründet. Kann der Körperohne das Bewusstsein logische Operationen vollziehen, die man bishernur dem Bewusstsein glaubte zuschreiben zu dürfen, dann kann erdas Schwierigste, was die Seele leisten soll. Es hindert uns dannnichts mehr, auch das Bewusstsein dem Körper als Eigenschaft zu-zuschreiben.
Der einzige Weg, welcher sicher über die Einseitigkeiten desMaterialismus hinausführt, geht mitten durch seine Consequenzen hin-durch. Es sei denn also, dass es im Körper einen physischen Mechanis-mus giebt, welcher die Schlüsse des Verstandes und der Sinne her-vorbringt; dann stehen wir unmittelbar vor den Fragen: Was ist derKörper? Was ist der Stoff? Was ist das Physische? Und dieheutige Physiologie muss uns, so gut wie die Philosophie, auf dieseFragen antworten, das dies Alles nur unsre Vorstellungen sind;nothwendige Vorstellungen, nach Naturgesetzen erfolgende Vor-stellungen, aber immerhin nicht die Dinge selbst.
Die consequent materialistische Betrachtung schlägt dadurch sofortum in eine consequent idealistische. Es ist keine Kluft in unseremWesen anzunehmen. Wir haben nicht einzelne Funktionen unsres