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Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart / von Friedrich Albert Lange
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Die neueren Naturwissenscnaiten.

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Wesens einer physischen, andre einer geistigen Natur zuzuschreiben,sondern wir sind in unserm Recht, wenn wir für Alles, auch fürden Mechanismus des Denkens, physische Bedingungen voraussetzenund nicht rasten, bis wir sie gefunden haben. Wir sind aber nichtminder in unserm Recht, wenn wir nicht nur die uns erscheinendeAussenwelt, sondern auch die Organe, mit denen wir diese auf-fassen, als blosse Bilder, des wahrhaft Vorhandenen betrachten. DasAuge, mit dem Wir zu sehen glauben, ist selbst nur ein Produktunsrer Vorstellung, und wenn wir finden, dass unsre Gesichtsbilderdurch die Einrichtungen des Auges hervorgerufen werden, so dürfenwir nie vergessen, dass auch das Auge sammt seinen Einrichtungen,der» Sehnerv sammt dem Hirn und all den Structuren, die wir dortnoch etwa als Ursachen des Denkens entdecken möchten, nur Vor-stellungen sind, die zwar eine in sich selbst zusammenhängende Weltbilden, jedoch eine Welt, die über sich selbst hinausweist, Dabeiist freilich noch zu untersuchen, inwiefern es wahrscheinlich ist, dasssich die Erscheinungswelt von der Welt der veranlassenden Dinge sototal unterscheidet, wie etwa Kant es wollte, indem er Raum und Zeitals bloss menschliche Formen der Anschauung ansah, oder ob wirdenken dürfen, dass wenigstens die Materie mit ihrer Bewe-gung objektiv vorhanden und Grund aller übrigen Erscheinungenist, wie sehr auch diese Erscheinungen von den wirklichen Formender Dinge abweichen mögen. Ohne Objektivität von Raum und Zeitkann in keinem Falle etwas unsrer Materie und der Bewegung Aehn-liches gedacht werden. Sonach bleibt es die letzte Zuflucht des Ma-terialismus zu behaupten, dass die räumliche und zeitliche Ordnungden Dingen an sich zukomme.

Sehen wir von dem sittlichen Beweis für die Wirklichkeit derErscheinungswelt, wie wir ihn bei Czolbe finden, hier ab, so hatkeiner unsrer Materialisten diesen Beweis zu führen versucht; da-gegen finden wir einen beachtenswerthen, aber nach unsrer Ueber-zeugung nicht stichhaltigen Versuch in Ueberweg’s Logik, §§. 38— 44. Ueberweg bestreitet mit Recht die Art, in welcher KantRaum und Zeit als Form der Wahrnehmung von dem Stoff der-selben unterschied. Er geht sodann von dem Satze aus, dass dieinnere Wahrnehmung ihre Objekte so, wie sie an sich sind, mit ma-terialer Wahrheit aufzufassen vermöge. Mit musterhafter Klarheitunterscheidet er das Wesen der Empfindung von dem Wesen derDinge, durch welche dieselbe veranlasst wird. Nur das Wesen derLange, Gesell, d. Mat. 32