Buch 
Programm des Gymnasiums und der Realschule in Zittau : womit zu den am 14., 16., und 17. März d.J. im Zeichensaale der Anstalten abzuhaltenden Prüfungen ergebenst einladet Heinrich Julius Kämmel ; 1. Johannes Hevelius. Ein Beitrag zur Geschichte der Astronomie des 17. Jahrhunderts vom Gymnasiallehrer G.A. Seidemann. 2. Jahresbericht des Directors
Entstehung
Seite
12
JPEG-Download
 

12

schriften und die Kuvfcrplatten zu seinen früheren Werken. Den Gesammtverlust schätzte man auf30,000 Thaler. *)

Die Kunde von dem Unglücke, das H. betreffen, erweckte im In- und Auslande rege Theilnahme.Nicht unbeträchtliche Summen wurden ihm aus Holland, vorn Könige von England**) und von Lud­ wig XIV. ***) zugesendet; auch sein königlicher Gönner, Joh. Sobieski, unterstützte ihn mit großer Frei-gebigkeit I) und der Woiwode von Pomcrellen bewirkte bei dem Landtage für ihn die Freispräche von derMalzaccise.ss)

Hieraus wird erklärlich, wie Höwelcke, der ungeachtet seines hohen Alters noch mit jugendlichemEifer seiner Wissenschaft zugethan war, sobald nur Schutt und Asche von der Brandstätte beseitigt waren,an die Anlage einer neuen Sternwarte gehen und auf Anschaffung neuer Instrumente Bedacht nebmenkonnte. Kaum damit zu Stande gekommen, setzte er seine Beobachtungen fort und arbeitete unausgesetztnoch eine Reihe von Jahren mit anscheinend ungeschwachter Kraft und mit aller ihm eigenen Sorgfalt anden Werken, die er so gern noch vor seinem Ende, dessen Nähe er sich allerdings nicht verschwieg, heraus-gegeben hätte. Eines dieser Werke, er nannte eSStufenjahr", konnte er auch wirklich noch vollendenund 1685 inl Druck erscheinen lassen. Aber von da an nahmen auch die Körperkräfte auffallend schnellab. Der Schmerz über den Verlust seiner Instrumente, deren Unersetzlichkeit ihm je länger, desto mehrfühlbar wurde, der Gram über die betrübenden Erfahrungen, die er bei und nach dem Brande gemachthatte, und die außerordentlichen Anstrengungen, welche die Wiederherstellung seiner Gebäude erfordert hatte,mochten doch auf den Greis zu gewaltsam eingestürmt haben. Der Spätherbst des Jahres 1686 warfihn auf das Krankenlager und 12 Wochen lang litt er an den heftigsten Steinbeschwerden. Endlich am28. Januar 1687, an seinem Geburtstage, gegen Mittag, erlöste ihn der Tod von seinen Leiden, die er mitwahrhaft christlicher Geduld getragen hatte. Das Einzige, was ihm den Abschied vom Leben erschwerte,war daß er noch einige seiner Werke, die er so gern zum Abschluß gebracht hätte, unvollendet lassen mußte.

Am 13. Februar erfolgte unter allen üblichen, dem Stande eines Rathsherrn und wohlangesehe-nen reichen Bürgers und Brauherrn gebührenden Ehrenbezeugungen die Beisetzung der Leiche in demErbbegräbnis; der Familie zu St. Katharina, deren Pastor, Andreas Barth, die Leichenrede hielt.

Unter den Gedichten, welche den Verstorbenen feierten, steht oben an dasOonotrrpliium" seinesFreundes und Eollegen, des Rathsherrn Schmieden.s-s-s) Nicht lange nach dem Tode erschienen zweiMedaillen, die sein Bild verewigen sollten.-ss-ss)

Sein Portrait ist von mehreren der besten Künstler seiner Zeit gezeichnet, gestochen und in Oel

*) (Erläutertes Preußen. Thl. 2.

**) Erläutertes Preußen. Thl. 2, S. 2 Kt.

***) Lvldort schreibt im Auftruge seines KönigS: Ra >wrt<: gno Vons nver. kaites par t'inoonäie cke Votro maison,a donnL cke tu ckouleur ä tont es, g»'ll )- a cke ^ens cke kottros «laus le inoncto elir6tien st L tous eenx, gu! leg protckgent. DeR»^ man mittlre, a tuen voulu inLiue en prenüre guelque park, et L estts psrto eommune, gne tu literaturc a laite, et a InVütre partieuliere; et 8a Llaf. veut dien pour I'ackoucir, et ä Von» ckvnner moten <te eontinner Vos exereiees, Vaus tairenn xritsent <te.gus te 8r. . . . cke Danrie a orckre <Ie Von« taire i>ater ete. Lengnich. In den Beilagen.

s) Der Verfasser der Dedication deS Rroäromus Lstronomiav drückt sich im Namen der Wittwe so auS: Xekas sitinvolvere silentio, guantoxere talia molientem regia muniüevntia Dua xrovexerit, gua ipse, udi in »pe« sua« et Itraniam,atignanlto Vnlenn! ckesaevierut knror, rernm lapsarum kortnnam i» inelius elatam, ae se sidi reckelitum, inio vero nck spenikaenltatemgue i>srtieis»lli ckestinnt» saepiu« erectuw seiuüt.

ss) S. Blech. Gedäcbtnißrede.

-sss) Gedruckt zu Danzig , vorgebunden dem Rrockronius listrnnoniiae.

s-ss-s) Sie cnstircn in Silber und Kupfer. Die eine, die größere von I. Höhn gravirt, zeigt auf dem Lvers dasBrustbild HöwelckeS, auf dem Revers ein kurzgefaßtes Rnevnnnr», die kleinere, welche als Vignette bei Lengnich, im ErläutertenPreußen und in Köhlers Münzkunde (hier sehr sauber) abgedruckt ist, zeigt auf dem ^veSs ebenfalls das Brustbild, auf demRevers einen zur Sonne sich aufschwingenden Adler mit der Legende: I» summis ecrnü aeute.