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zugleich rotiren. denn sie erscheinen am Ostrande, und verschwinden in der Regel wieder am Westrande,-innerhalb 12 bis 14 Tagen laufen sie scheinbar über die Scheibe hinweg. In einzelnen Fällen entstehenFlecken aber auch plötzlich mitten auf der Svnnenscheibe und andere vergehen auch hier wieder.
Diese schwarzen Flecken sind gewöhnlich vvn einem grauen Hufe, wie mit einem Schatten (rrmdrn),umgeben, der ganz das Ansehen vvn Ranch und Nebel hat.
Während ihrer Dauer verändern diese Flecken oftmals ihre Größe, Gestalt und Färbung.
Die Sonnenfackeln, überaus leuchtende Stellen auf der Svnnenscheibe, welche jedoch meist nurgegen den Sonncnrand hin gesehen werden, sind selten länger, als drei Tage sichtbar.*)
Die wahre Größe der Svnnenflecken ist sehr verschieden; einige sind nicht größer als eine Meile,andere aber übertreffen Europa , Asien und Afrika an Ausdehnung. Sie sind übrigens auf eine bestimmteZone von etwa 40 bis 00 Grade Breite beschränkt. In der Nähe des Aequatvrs kommen sie häufigervor als anderwärts, was wohl daher kommt, daß hier die Stoffe in Folge der schnelleren Rotation ingrößerer Menge ausgeworfen werden. Gegen die Pole hin erscheinen Flecken selten, größere niemals.
Die Sonnenfackeln mögen aus den verdichteten reineren und feineren Feuer-exhalationen, die dunklen ,FIe,cken aus Ausdünstungen der gröberen festen Theileentstehen.**)
Die Flecken und Fackeln beschreiben während ihres Laufes über die Svnnenscheibe eine Curve,deren Convexität vorn Anfang December bis Anfang Juni nach Norden, vorn Anfang Juni bis AnfangDecember aber nach Süden gewendet ist. Nur zweimal im Jahre, in den ersten Tagen des Decemberund des Juni bewegen sie sich geradlinig. Diese Veränderung in der Richtung kann nur von einerBewegung der Sonnenpole herrühren. Gegen den Sonnenrand hin sind die Flecken schmächtiger, wasaber blos eine optische Täuschung ist. Manchmal gehen die Svnnenflecken ein paarmal hintereinanderüber die Sonne hinweg, jedoch selten; so 1643.
Außer dieser vvn der Notation der Sonne herrührenden Bewegung scheinen diese Flecken aucheine Eigenbewegung zu haben.***)
Die Planeten.
Sie sind sämmtlich undurchsichtige, dunkle Körper, wie man schon aus dem Dorübergange desMerkur und der Venus vor der Sonne deutlich sehen kaun. Sie werden uns nur durch die Zurück-werfung des Lichtes, das sie von der Sonne erhalten haben, sichtbar. Jeden umgiebt eine Atmosphäre.Die zwei untern Planeten zeigen Phasen, ähnlich denen des Mondes.
*) ?, Slavonien,, 8oIono§r. x. 7L sf.
**) 6onrow>;>l>pbi». S. 359 ff.
***) Scheinen hatte bereite dieselbe Bemerkung gemacht und I. H. Schröter in seinen Beobachtungen überdie Sonnenfackeln und Sonnenflccken. Erfurt 1769 S. 90 ff. ist der Ansicht, daß diese Bemerkung wohl nicht ohneGrund sei.
Die Beobachtungen Hevelis, welche von 1832 bis 1844 reichen, stimmen im Wesentlichen mit denen Scheiners überein.Brgl. ÜOM Oosinn. Leueeili», 1826—1830
Um die Sonnenfleckcn nach Sage, Form und Größe genau abzeichnen zu können, fing Hevclius das Sonnenbild durchein Fernrohr in der dunkeln Kammer auf einem über eine Tafel gespannten Bogen weißen Papiers auf. Auf diesem Papierewar ein Kreis von beiläufig 5 bis 8 Zoll Durchmesser beschrieben. Bei der Beobachtung wurde die Tafel senkrecht gegen dieApe des Fernrohrs soweit von demselben aufgestellt, bis das Sonnenbild genau die Größe der Cirkellinie erreicht hatte. Wardies geschehen, so umfuhr HeveliuS die projicirten Flecken mit der Bleifeder und arbeitete darauf das Inner« nach Form undSchattirung sorgfältig aus.