III
Die schriftstellerische Thätigkeit.
Hevelius glaubte es der Wissenschaft und den Freunden der Sternkunde schuldig zu lein, leineBeebachtuugen und Entdeckungen durch den Druck zu veröffentlichen.
Das erste Werk, mit dem er vvr der gelehrten Welt auftrat, war die Frucht seiner mehrjährigenStudien über den Mvnd. Es erschien unter dem Titel:
«Ivb. blvvelii KvIvnoArnpbig,, sivs Immre ckesoriptio oto. Oecknni 1647. ^notoris suinpitilins.*)Die 1'iole^inLnn besprechen die zweckmäßigste Einrichtung der Fernrohre, beschreiben das von demVerfasser erfundene Dolomosoop, theilen Beobachtungen über die Planeten Merkur, Venus, Mars , Jupiter und Saturn, die Sonnenflecken und die Jupiters-Trabanten mit. Das Werk enthält nicht weniger als133 sehr sauber gearbeitete Kupfer, darunter allein 60 Abbildungen des Mondes und seiner Phasen.**)
*) Alle Werke unsers Hevelius sind in lateinischer Sprache geschrieben, in Folioformat gedruckt und für jene Zeit topo-graphisch sehr gut ausgestattet. Die Dedicatio»S> und die zu Geschenke» bestimmten Exemplare sind in größerem Format undauf weißerem und stärkerem Papiere gedruckt, als die zum Verkaufe bestimmten. HeveliuS hat sie sämmtlich auf eigene Koste»drucken lassen und den Verlag auf seine Gefahr übernommen. Um das Jahr IKKI richtete er mit Genehmigung des Königsvon Pole» in seinem Hause eine eigene Buchdruckerei ein, ließ den gesammten Apparat auS Belgien kommen und engagirleaußerdem einen niederländischen Topographen. Die zu seinen Werken gehörigen Kupfer hat er mit eigner Hand gezeichnet undmit dem Grabstichel gearbeitet, nicht geätzt. Es sind ihrer mehr als 400. Noch in seinem 74. Jahre stach er die Platten zumrv»n„s olinmm. Nur bei einem Werke, dem I. Theile der Icknobliin Ooel. ließ er sich durch einen holländischen Künstler, dener i» sein Haus aufnahm, vertreten, weil anderrvcite dringliche Arbeiten die Ausführung der erforderlichen Stiche ibm nichtgestatteten. UebrigenS find die Titelkupfer, Vignetten und die Kupfer des SternatlaS von andern »ambaften Künstlern ausgeführt.
^ **) Hevelius arbeitete an diesem Werke von 1641 bis 1K47. Als er bereits einige Blätter gestochen batte, erfuhr
er zufällig, daß Vnsnoinll sich auch mit der Herstellung einer Mondkarte beschäftige. Er fragte ihn daher unter Beilegung seinerBlätter brieflich, ob er seine Arbeit fortsetzen solle, worauf ihm 6-wsencki im April IK44 antwortete: dle>» inuclo eonventi»,8ock gumitnin liest etiom exbvl'tur, ut, guam s^o 8eleiu»j-r»pbinm »g'eotnvi, ipse ziertiom»; «igultlem, eum inibi pinxenckiixnaro, utenilum aliis kuerlt lunnibus, ziotos Du rura kelicitate tuiiuuet uti, et piiiFeiulo vt, guml »ucxiwum. »er! lnoickoiulo.8unt in De uno eav ckukos, guae vix in u»o ulio «int unguain, guaogue nisi eonvviieriut, irn «trn z>rukootlo opori» <liiü-oillimi oxspsewtnr.
Hierdurch angefeuert, setzte er nun muthig das allerdings sehr schwierige Unternehmen fort, denn Hevelius hafte auchnoch nicht einen einzigen Vorgänger, der ihm den richtigen Weg gezeigt hätte. Was 6»I!Ieu in seinem Kuusius «nieivut- gebotenund Scheiner und Schirläus versucht hatte», konnte gar nicht in Betracht kommen. Das Erscheinen der 8elei>os;eaz>Ii!oerregte daher in der ganzen gelehrten Welt gerechte Bewunderung. Die Mathematiker Frankreichs , Italiens , Deutschlands ,Englands, die Universitäten Oxford nnd Cambridge feierten den Namen deS Verfassers, selbst Fürsten und Könige interessirtensich für das Werk-, ja der Papst selbst konnte, als Xudüo ihm sein Exemplar zeigte, sich nicht enthalten, zu erklären: kmrobboquesto Illuo sonrii ;>»>>, 8« nun 1'o«>>e senkt» ckn un sretiso, M. s. Erläutertes Preußen Thl. 2 und Westphal.
WaS aber für die Vortrefflichkeit des Werkes mehr als alle Lobpreisungen der Zeitgenossen spricht, ist das ehrenvolleZeugniß, welches der größte Selenograph unsers Jahrhunderts Dr. Mädler in seinem Werke: Der Mond nach seinenkosmische» und individuellen Verhältnissen. Berlin 1837 4, dem Verfasser an mehreren Stelle» mit deutscher Ehrenbaftigkeit ausstellt. Hier heißt es S. 184: .Dem unermüdlichen Eifer und der große» Geschicklichkeit des unvergeßlichenHevel war es vorbehalten, ein Werk zu schaffen, welches für die damaligen Hülfsmittel von höchster Vortrefflichkeit war, undaußer seinen andern astronomischen Arbeiten ihm allein schon die Unsterblichkeit sichert.' Vrzl. S- 2v u. S- so.