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Programm des Gymnasiums und der Realschule in Zittau : womit zu den am 14., 16., und 17. März d.J. im Zeichensaale der Anstalten abzuhaltenden Prüfungen ergebenst einladet Heinrich Julius Kämmel ; 1. Johannes Hevelius. Ein Beitrag zur Geschichte der Astronomie des 17. Jahrhunderts vom Gymnasiallehrer G.A. Seidemann. 2. Jahresbericht des Directors
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HevelinS widmete sein erstes Werk seiner Vaterstadt. Er beabsichtigte anfangs die Mondflecken nachbcriibmten Gelehrten der alten wie der neuern Zeit zu benennen, gab aber später dieses Vorhaben ant,um niebt etwa bei seinen gelehrten Zeitgenossen Anstoß zu erregen und wählte der Geographie entlehnte,oder wenigstens analoge Benennungen. Daher finden wir auf seiner Mondkarte LIons innre Il^per-boreuin, iiisnla 8ioilin, innre iVlortuiiin oto. Diese Nomenelatur kam aber bald in Vergessenheit, seitdem derweniger bedenkliche liieoioii auf seiner 1651 erschienenen, der Hevelianischen Karte weit nachstehendenMond karte wirklich die Namen berühmter Philosophen, Mathematiker und Benennungen wie: knlrwsomnü, innre iinl>riu»> u. drgl. eingefübrt hatte.

Zwei Jahre nach dein Erscheinen der Lelenocrrnpliio ließ er drucken: Ldipsis 8olis observntn(locknni 1649. Ein Brief an den Danziger Professor Laurentius Eichstädt. Steht auch im II. Theileder Nnoliinn Ooolostis p. 18 ff.

Darauf folgte: Ol>sarvntio ooliiisoos snlnris. (lecknni 1652. Ein Brief an I'.Oni-saiuli und Isin. Ijonillnucl. Die Beobachtung allein auch abgedruckt im II. Theile der JlnalliiinEoolestis p. 19.

Zur Erläuterung seiner in der Zolano^rnpliia mitgetheilten Theorie der Schwankung des Mondesschrieb er, veranlaßt durch ein von Hiveioli geäußertes Bedenken: Lpistoln <lo rnotu I^nnnelibrntnri» nck 1'. ,1. II. liivoioluin. (Iscknni 1654.

In demselben Jahre noch erschien: Hpistoln cko utriusezuo lnminaris ckolectu nni»i1654 nck ckoin. I* * **) . ^uvorrrm. *)

Vorstebende Briefe werden gewöhnlich in dem Cataloge der Hevelianischen Schriften aufgeführtunter dem Titel: II), istoIne c)uutuor.

Seine Beobachtungen des Saturn veranlaßten die Schrift:

Dissovtutin <ie nutivu 8uturni kuvio e^ushiro vaiÜ8 )>llN8i6u8 oeits. periockorvckouirtii,u8. decluni 1656. Das Werk ward (luston cke Ilourdnn, dem Oheim Louis XIV. dedieirt. Äußer einer am 26. Januar 1656 angestellten Beobachtung .enthält die Schrift eine genauereBestimmung des scheinbaren Sonnendurchmessers.

Die Beobachtung des oben erwähnten >o seltenen Ereignisses des Vorüberganges des Merkur vor der Sonne am 3. Mai 1661 legte er nieder in einer besonderen Schrift, betitelt:

Neiouiius in 8ole visus. ^vnnexu ost Venus in 8oIe pnriter visn. anno1639 IZverpoline n 3^. Iloiioxi». (lecknni 1662.

Beigegeben sind dem Werke noch Beobachtungen einer partialen Mond- und zweier partialenSonnenfinsternisse aus den Jahren 1659 und 1661, sowie Planetenbedeckungen in den Jahren 1660 und1661. Angedruckt ist: Historiolu. Nirne stelln« und die illustrirte Beschreibung einiger merkwür-digen 1660 und 1661 in Danzig sichtbar gewesenen Nebensonnen und Nebenmonde. Hcvelius dedicirtedie Schrift seinem Freunde Louillnuä zum Danke für seinen freundlichen Besuch im Jahre 1661.")

Dieses Kartenwerk blieb bis gegen die Mitte des vorigen Jahrhunderts zwar nicht das einzige, wohl aber das beste.Erst durch die selenographischen Studie» des Tobias Mayer wurde es entbehrlich. Nach seinen Vorarbeiten entwarf inorthographischer Projektion der Kupferstecher Kaltenhoser eine Gencralkarte, auf welcher die Flecken nach felmographischer Längeund Breite eingetragen waren. Mayer wollte auch eine» Mondglobns construircn (Bericht von den Mondkugeln, welche zuNürnberg verfertigt werden I75t>); die Ausführung unterblieb aber. Die Schwiegermutter des Staatsrath llr. Mädlcr, FrauHokrath Witte in Hannover , nahm diese Idee wieder auf und führte sie, so viel wir wisse» zuerst, mit vielem Glück aus.Noch Vorzüglicheres hat vor wenige» Jahren Th. Dickert in Bonn geliefert, der einen Relief-Halbglobus von 9 p. F.Radius hergestellt hat, welcher sich genau an die große Mädlersche Karte mit Ergänzungen nach den neusten Beobachtungen vonI. Schmidt in Olmütz , anschließt.

*) kierre ä«» Koxer », polnischer Staatssecretär und Rath; ein besonderer Gönner des HeveliuS.

**) Diese Schritt ist die erste, welch« aus der eigenen Buchdrucker« des Verfassers hervorging, daher auf dem Titelzu lesen: Xuloris VI »umptidu». öuuillsixl widmete ihm dagegen seine neue Ausgabe von tünllck. ktulomaei Unrmonln munlli.