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Gewiss muss Jeder, der diese Differenzen mustert, gestehen, dass die Hypothesevon dem Einflüsse der Schwere auf das Instrument zu ihrer Erklärung in dem Grade un-zureichend ist, dass sie kaum in Betracht kommen kann, während die wesentlicherenUrsachen in Dunkelheit eingehüllt sind. Der entscheidendste Beweis dafür, dass dieSache nicht durch die Schwere erklärt werden kann, liegt darin, dass, während dasInstrument mit dem Kreise gegen Osten bei südlichen Zenithdistanzen im Ganzen geradederselben Wirkung der Schwere ausgesetzt sein muss, als mit dem Kreise gen Westenbei ebensogrossen nördlichen Zenilhdistanzen, obige Zahlen dennoch für beide Lagen ganzverschiedene Wirkungen zeigen. Im ersten Falle findet man nämlich + und — ganz un-regelmässig vermengt und beinahe im Gleichgewichte; im anderen dagegen haben dieBeobachtungen einen Unterschied von etwa anderthalb Secunden ergeben. Uebrigens ist essehr auffallend, dass der Betrag der Differenzen in keiner der vier Phasen von der Zenith-distanz nach irgend einer Regel abhängig zu sein scheint. Nach dem von Bessel ange-wandten Ausdrucke der Biegung a sin z + b cos z*~) wäre der Einfluss auf obige Differenzengleich 20 sin z + b) zu setzen, wo das obere Zeichen für die Iste und 4te, das unterefür die 2te und 3le Columne gilt. Das zweite Glied in der Parenthese rührt von der Be-stimmung des Nadirs her, bei welcher die Biegung im Zenith ein constanter Fehler wird;mit diesem vereinigen sich auch andere constante Fehler bei den Nadirbestimmungen, sodass die Differenzen = 2 O sin z + (b + c)) sein sollten; und erinnert man sich,dass a bei directem Versuche, der keinen Zweifel übrig lässt, verschwindend gefundenworden ist, so sollte man zwischen allen Differenzen nur einen Zeichen unterschied er-warten, indem die Zahlen in der ersten und letzten Columne = + Const., die übrigen= — Const. sein sollten. Nun sind zwar in jeder Columne die Zahlen mit Rücksichtauf die zufälligen Fehler beinahe constant; (insofern deuten also auch die Beobachtungenauf eine unmerkliche Horizontal-Biegung hin, während die Rechnung sie 0"95 ergab;)aber in jeder anderen Beziehung sind die angeführten Resultate mit dem bisher betrach-teten Erklärungsgrunde ganz unvereinbar.
Statt neuer Erklärungsgründe sei es mir erlaubt einige Muthmassungen zu äussern.Bessel bemerkt, dass es, um die reflectirten Bilder der sehr tiefen Sterne beobachten zu
*) Dieser Ausdruck stellt jedenfalls den erheblichsten Theil der Biegung richtig dar; denn die Biegungdes Kreises wird immer — was sich aus der bekannten Abhandlung Bessels erkennen lässt — sehrklein sein, und durch die 4 Nonien (oder Mikroskope) wird sie wohl fast verschwindend; ohnedemist ihre Periode mehrmals in jedem Quadranten enthalten, so dass sie hier ganz ausser Betracht ge-lassen werden kann.