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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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2. Die Waldungen reinigen die Luft und thei-len die Feuchtigkeit, welche sie anziehe», derErde mit-

Die schönen Erfahrungen Priest ley's, Jegenouse,Sennebiers, Haies und Saussure, die klar be-weisen, daß es der Pflanzen vorzügliches Geschäft ist,die Luft zu reinigen und sie dem thierischen Organismuszu bereiten, indem sie sich den Stick - und Kohlenstoffaneignen und den Lebens-Gas frey machen, sind zugekannt, als deren hier zu erwähnen.

Stets ist die Tbier- und Pflanzenwelt beschäftigt,die konstituirenden Theile der Luft zu trennen und sich,die erstere durch die Respiration, die letztere durch eineähnliche, weniger sichtbare, doch nicht minder bestehendeLebcysfnnktion die Grundstoffe, die ihrer Eristcnz dienlichoder nothwendig sind, anzueignen, die andern auszu-scheiden. Unglaublich aber würde diese Anziehung undRespiration der Pflanzen, die in ewigem Wechsel derErde die Feuchtigkeit wieder giebt, welche der Sonnestrahlihr entzogen, erscheinen, so groß ist sie, wenn nichtdurch untrügliche Beweise diese Kraft genau gekannt wäre.

Wenn, ohne den Berechnungen eines Duhamel,die zu weit größer» Resultaten führen, streng zu folgen,ein Baum, von mäßiger Ausdehnung, jeden Tag nureinige Pfund Wasser ausdünstet oder in Thau und Wasserverwandelt, zur Erde schickt und durch diesen wunder-baren Mechanismus die Milliarden Tonnen Wasser, diesich täglich den Gewässern unseres Globen entwickelnund zu den Wolken aufsteigen mittelst der Ausdünstungder Waldungen sich befruchtend wieder zur Erde nieder-lassen; welchen Einfluß haben sie nicht, die noch jetzt