Buch 
Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
Entstehung
Seite
12
JPEG-Download
 

12

Wie auffallend ist nicht der Einfluß der Bäume aufdie Atmosphäre, da sie allein in hoch gelegenen Baum-gärten, denen die erste Bedingung einer Wiese, Bewäs-serung, abgeht, den üppigsten Graswuchs erzeugen.

Wer, nur einigermaßen mit den gewöhnlichen Erschei-nungen der Natur bekannt, hat nicht in regnichten Tagenden Rauch der Nebel den Waldgebirgen entsteigen gesehen,wenn die Feuchtigkeit, womit der Erde Oberfläcke getränktworden, von den Bäumen angezogen, in neblichtenMassen der Atmosphäre wieder gegeben wird, ein sicheresZeichen bevorstehenden Regens, da diese durch Wasserübersättigten Nebel, noch nicht durch die Kraft bestimmterFormen gebunden, sich nicht tragen können, sich folglichzur Erde ergießen.

Einen großen Einfluß haben daher die Waldungenauf die ganze Vegetation, auf die Elimatik und die Frucht-barkeit eines Landes, welches, wenn von den Folgender Ausrodungen der Waldungen die Rede seyn wird,noch näher erörtert werden soll.

So führt uns diese Betrachtung wieder zur Bewunde«rung, zum innigen Danke für die Sorgfalt und Pflegezurück, womit die Natur des Menschen Umgebung nachseinen Bedürfnissen ausgestattet hat; die dem IndianerSchutz vor dem glühenden Strahle der Sonne, unterdem immer grünen Dache der Palmen, dem Nordländer

die großen Vegetabilicn angezogen und geleitet wird, aufdie Vegetation, ist uns noch wenig gekannt: die häufigeErscheinung der Wasserhosen und Säulen in den west-indischen Gewässern, in einem Lande, wo eine großeVegetation sich vorzüglich kräftig ausspricht, scheinen je-doch eine merkwürdige Verwandtschaft des vegetabilischenLebens mit dieser Materie außer Zweifel zu setzen.