die Menschen, sich zu nähern zn den nämlichen Arbeiten,zu den nämlichen Genüssen sich brüderlich die Hand znbieten, und vereint die Freuden,.so wie die Bürde desLebens, zn theilen. > ' '
Nur in der Entwickelung dieses großen Vereins kaundes menschlichen Wirkens edelste Blüthe, Humanität, sichentfalten; Kräfte streiten gegen Kräfte, das Böse be-kämpft das Gute, der Kampf der Meinung gebührt dieWahrheit, der Leidenschaften, die Tugend! '
Auch habe» die vielen neuern Reisen in allen Welt-gegenden nicht die angenehme Täuschung, die man vondem idyllischen Leben des Menschen in seinem Natur-Zustande hegen mogte, genährt: die Beschreibung, diesie von den Sitten, Gewohnheiten, dem Charaktek dernicht civilisirtcn Menschen geben, erregt keineswegs denWunsch, unser Seyn möge jenem gleichen; und wennim Vordergründe dieser Gemälde Treue, Dankbarkeit,Gastfreiheit, Muth und Beharrlichkeit glänzen, so'istzu bedauern, daß diese Lichtparthien durch Rachsucht,Grausamkeit, Hinterlist, Raub und Mordlust so sehrverdunkelt werden.
Das Glück eines freien, harmlosen Lebens, welcheskeinen Schmerz, wo nicht den der natürlichen physischenLeiden kennt, das diesem Naturzustände angetraumtwurde, wandelt sich zur Chimäre, wenn man überzeugtwird, daß die gutmüthigsten dieser Natur-Menschen keinenöer Vortheile oder Annehmlichkeiten der Civilisation gö-"wßen, daß Egoismus, Stolz und Ehrsucht zwischenMenschen — arm an Begriffen, wie an Bequemlichkeiten —^i denen man eine vollkommne Gleichheit anzutreffenvermeint, eine strengere Scheidewand des Standes undVermögens gezogen habe», als man sie i'e in einem