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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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Der Bewohner des hohen Südens fand sich zu diesergesellschaftlichen Annäherung weniger angeregt. Unauf-gefordert nährt ihn. die Natur; des Nachbars Hülfe bedarfer kaum: nicht scnn paradiesischen Gegenden, worinungcbauter, üppiger, durch derSonne.'lotbrechten Strahlbelebter Boden, zu den köstlichsten Mahlzeiten einladet, unddie durch kein Bedürfniß gespornte? Thätigkeit erschlafft,war es beschieden, den Menschen seiner Bestimmungentgegcnreifen, vom Kinde zum Manne heranwachsen -usehen; weßhalb die ewige Weisheit den größern.Theilder Erde nicht mit den verschwenderischen Reizen schmückte,mit der Fülle des Ueberflusses ausstattete , w^mit dieTropenländer prangen. >

Richt in diesen sogenannten glücklichen Gegendenentfaltete sich die menschliche Kultur; nicht in den Ge-filden der Lust und des Gcnnsies gelangte der Mensch zueiner ihn ehrenden Selbstständigkeit: au des Nordenseinfachen, aber erhabenen, großen Scenen erglühte desEnthusiasmlißcs edles Feuer; das Theuerste mußte mitAufopferung des. Theuern mühsam erkämpft, der MuthDränge der Leidenschaft geschärft und gemeistert,mit einem Worte? das Leben mußte erworben werden-!

Leicht zu widerlegen sind die Verfechter des Urstandcsder Erde, wenn sie behaupten / der Boden habe vor Ein-führung des Ackerbaues mehr cprodurirt, wie jetzt; dieWaldungen, Gewässer und Wiesen'hätten mit Früchten',Gräsern-, Wildpret, GeflngesiünN Fischen, eine größereAnzahl der Menschen reichlicher ernährt; als seitdem derKultur der Eereaiien ein Theil des Bodens hinbegebenVor allem müßte erwogen werden, däß ein gesell-schaftlicher Verein, der von d^r Veredlung der mcn'ch-chhcn Natur alNzrrtrennlich ist, ohne Acker-ban nicht