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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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sein Clima dem von Canada oder Siberien gleich war.Also nur der Ausrodung der ungeheuren Waldungen,der Austrocknung von Morästen und Sümpfen, die keinStrahl der Sonne erwärmte, hat Deutschland sein jetzigesgemäßigtes Clima, seine Fruchtbarkeit und Civilisationzu danken.

Man denke sich in jene Zeit zurück, vergleiche Deutsch-land mit Italien, welcher Unterschied zwischen damalsund jetzt: würde wohl noch heule Tacitus Deutschlandein wildes, scheußliches Land nennen, wo es Niemandanödauern kann, als der Eingebohrnc?

Mag also Pallas den (mit Waldungen umgürteten)nordischen Gebirgen von Norwegen und Schottland einengroßen Einfluß auf das verhältnißmäßig mildere Climades abendländischen Europa's zuschreiben; unbestrittenbleibt die durch die Wald-Ausrodung veranlaßte großeklimatische Veränderung.

Nordamerika bietet das Gegenstück zum ehemaligenDeutschland: eine ungeheure, mehrere hundert Meilenin einem fortlaufende Waldwüste, nur von Sümpfen,die sich zur Regenzeit zu großen Sccen umwandeln, vonSavannen und ungeheuern Strömen unterbrochen.

Canada, das unter der nämlichen Breite, wie Frank-reich und das südliche England, liegt, ist einer Kälte,die nur im hohen Norden zu Hause zu seyn pflegt, aus-gesetzt.

Das Renuthier wird dort häufig angetroffen, dieErde ist einen großen Theil des Jahrs mit tiefem Schneebedeckt, und der große St. Lorenzo-Fluß friert jedesJahr zu; da hingegen nach Volncy und andererzuverläßiger Beobachter Versicherung, das Clima derangrenzenden nordamcrikanischen vereinigten Staaten,