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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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In Kants physischer Geographie finden wir dervon vielen Reisenden gemachten Beobachtung gedacht, daß,seither man die Waldungen Kastiliens zu sehr ausgelichtet,dieses Land sehr an Fruchtbarkeit abgenommen hat.

Noch sichtbarer ist dieser Einfluß auf den Inseln desgrünen Vorgebirges geworden. Sie, ehedem mit Wasserreichlich versehen, fruchtbar und volkreich, sind jetzt, nachAusrodung der bewaldeten Anhöhen, oft drey Jahreohne allen Regen, ohne Wasser, ohne Einwohner.

Die auffallende Abnahme der Fruchtbarkeit und derGrund davon ist dort so bekannt, daß die Einwohnervon Tabago, bey Vertheiluug der Insel in ihrem höchstenTheile , einen Bezirk von 11,000 Acker Waldungen ab-sonderten , und ein Gesetz machten, daß diese nie ver-wüstet, nie ausgchaucn werden sollten.

Zur unfruchtbaren Ocdc sind die, als ein anderesTempe, in den erhabenen Liedern Homers gepriesenenGefilde Troja's herabgesunkcn: umsonst spürte HerrChoiseul Gouffier dem Flusse Skamander nach;ausgetrocknet, mit Sand gefüllt, schmachtet sein ehema-liges Beet, auf dessen Fluth sonst stolze griechische Schiffewogten; denn langst sind jene erhabenen Cedern des Jdaverschwunden, mit ihnen die Quelle seines Lebens, dieQuelle der Fruchtbarkeit des Landes, das er durchströmte.

Mit den Waldungen erlöscht die Feuchtigkeit, mitihr die Vegetation.

Würde Alt-Ealifornien unter seinem herrlichen Him-mel, bey einem Boden, dem nichts als Feuchtigkeit fehlt,nicht der großen Vorzüge einer seltenen Fruchtbarkeit,die Ncu-Ealifornicn auszeichnet, theilhaftig seyn, wärees, wie dieser nachbarliche Theil derHalb-Jnsel bewaldetund bewässert; denn überall, sagt von Humboldt,