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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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statt des hölzernen bauet, weil eS länger dauert, so istdie°e Melioration seines Besitzthumes von eben so ent-ferntem Nutzen, als der Anbau eines Forststückes; esgiebt eben demokmeracbtet Bauern und Gutsbesitzer genug,welebe massiv bauen, auf diese Art ihr Capital auf Zinsenlegen, sobald sie nur überhaupt über ein Capital dispo-niern können. Man wird zugeben, daß jedem Menschender Trieb, sein Vermögen zu vermehren, eigen ist; nunist es aber gleich, ob' dieses durch eine Erhöhung derRevenüen, oder durch die Vermehrung des Werths einesBesiythums geschieht. »

Durch Kultur, durch Befolgung eines, wo nicht höchstnachhaltigen, dock, des höchst möglichen Natural-Ertrages,erhält der Wald den höhern, wahren, eigenthümlichenWerth, im Auge des Forst- und Staatsmannes; auchwird der summarische Geld-Ertrag, welcher im Laufeeiner der physikalischen Haubarkeit angemessenen Umtriebs-Periode erläßt wird, durch diese mit den Grundsätzender Forstwirthschaftslehre übereinstimmenden Abholzungerhöht; eine anticipirte Hauung aber bezweckt frühereGeldbezüge und ein stärkeres Einkommen; die Erhöhungdes innern Werthes eines Besitzthums, und die derRevenüen, halten nicht den nämlichen Schritt *).

Der Bauer übrigens, der sich auf größere Kosten einmassives Haus statt des hölzernen baut, genießt derAnnehmlichkeit einer schönern, bequemern Wohnung;verpachtet er es, so entschädigt ihn eine stärkere Miethe

*) Ausführlich habe ich mich hierüber geäußert inLaurop'sForst- und Jagd-Annalen, är Bd. 1 s Heft (1817).

I» Meyers Zeitschrift für das Forst- und Jagdwesen,IVr Jahrgang äs Heft (1816).