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gleichen Irrthümer — denn auch geistreiche Männer sinddavon nicht frey — müssen um so mehr gerügt werden,je größer die Autorität ist, welche sie ausgesprochen hat;weil sie sonst der Wissenschaft auf lange Zeit sehr nach-theilig werden können.
Selbst in unseren, gegen Nord-Deutschland südlichgelegenem Gegenden, in Waldungen, die keine 800 Schuhhoch liegen, würde die Anwendung, Cotta's Methode,für sie die „achtheiligsten Folgen haben, dabei aber keines-wegs eine größere Feld-Produktion verschaffen; dennwie ärmlich sind nicht die Erndten in unserm Waldbodcnbeym zweyten Baue, im dritten Jahre lohnen sie dieArbeit der Kultur nicht mehr.
Weder die Hackwaldungen und Rodhecken, noch dasfranzösische oepzrtsment -ja oorä, können zu Gunsten derBaum-Feldwirthschaft citirt werden.
In erster« gewinnt man nur einmal, selten das zweytemal Getreide, und alsdenn wächst der Wald wieder imSchlüsse auf, nicht im lichten Stande. — Auch kannnur die Lokalität diese Kulturweise entschuldigen, diebey vermehrter Bevölkerung größtcntheils beseitiget wer-den dürfte, indem nach der Eigenthümlichkeit des Bodens,Wald und Feld in ihre natürlichen Rechte treten werden.
Wie wenig man aber im Departement <tu norä mit denvielen Wald - Ausrodungen zufrieden ist, hat man bereitsfrüher gesehen!
Herrn Forstmeister Pfeil stimme ich ganz bey, wenner sagt, die Natur weiset hier Gegenden zur Holz-Erzeugung an und andre zum Getreidebaue. Aus diesenGrundsatz der Eigenthümlichkeit des Bodens und der Kul-tur stützte ich 1816, meine Theorie der Regulirung einerHolztare.