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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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Dom Einflüsse des Bodens, der Lage nochnördlicher Breite und der Himmelsgegend,und deö Höhen-Standes auf die Wald-und Feld-Vegetation.

Aus dem Vorhergehenden läßt sich wahrnehmen, daßnicht dem Zufalle, noch weniger der blos auf die Gegen-wart und die nächsten Lokal-Verhältnisse spekulirendenGewinnsucht, die wichtige Bestimmung des Feld - undWaldbaues überlassen werden kann; diese Bezeichnungmuß sich vielmehr vorzüglich auf die Eigenthümlichkeitder beyderseitigen Kulturen gründen.

Im Allgemeinen ist man zwar darüber einverstanden,daß hohe Gebirge, schroffe Bergwände, sich uicht zumAckerbaue, sondern zur Waldkultur, oder in seltnemFällen bey einer nicht zu hohen, vom Strahle der Sonnebegünstigten Lage, letztere sich zum Weinbauc eignen;daß ein leichter, magrer Boden schlechte Erndten ver-spricht , und Feld - und Waldkultur nur bis zu einergewissen Erhebung über der Mecrcsfläche und zu bestimm-ten Graden der Breite ausdauern.

Traurig aber ist es, daß zuverlässige Beobachtungen,die uns bisher über diesen wichtigen Abschnitt des vegeta-bilischen Lebens mitgetheilt worden sind, so selten, sovereinzelt vorkommen; wir daher bei weitem nicht berech-tigt sind, auf diese eine feste, sich auf die Eigenthümlichkeitund Charakteristik der Forst- und Waldkultur gründendeGrenzlinie zu ziehen; besonders arm erscheinen die An-gaben und Mittheilungen über das Wesen der Wald-Vegetation; wie der Boden, Höhestand, die Wärmeund Feuchtigkeit auf sie wirken, sie wechselseitig über-wiegend befördern oder zerstören.