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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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wird cs dem Pflanzen-Physiologen, haltbare Grundsätzefestzusetzen, die jede neue Beobachtung, jede noch sounbedeutende Erfahrung im Reiche der wirklich fortleben-den Natur umzustoßen droht.

Nicht Ucbcrgänge, sondern schneidende Contraste derElemente, die auf die Vegetation merkbar cinfließcn,hat dieser aufzusuchen und zu ergründen; das Feld seinerBeobachtungen kann daher nicht groß genug seyn; csgeht von Wclttheil zu Welttheil, vom tiefen Mcercs-Strande bis zum hohen Gletscher, wo das Leben aufhört.

Meine wenigen Beobachtungen der Wachsthums-Ncrhältnisse der Feld - und Waldkultur erstrecken sichkaum über einige geographische Grade, in einem Lande,dessen höchstes Gebirge wenig über 3ooc> Schuh Erhebunghat. Aeußerst wenig können sie also zur Auflösung dergroßen Aufgabe beitragen, wie sich die Vegetation desWaldes und der Cerealicn unter dem Einflüsse verschie-dener klimatischen Verhältnisse an sich selbst und gegeneinander verhält, oder in wie weit der Einfluß des Bodens,der Warme, Feuchtigkeit und des Höhe-Standes, unterwechselnden Bedingungen für den Wald - und Feldbauder nämliche ist, oder nicht.

Unterdessen trägen sie doch vielleicht etwas zur Aus-füllung der großen Leere bey, welche der weiterstrebendeForstmann, der in diesem gewiß nicht unwichtigen Theileder Forstwissenschaft nur Widersprüche findet, wo erWahrheit sucht, mit unangenehmem Gefühle wahrnimmt;und wenn auch diese wenigen Beobachtungen, die, wieich so eben bemerkte, in einem zu beengten Raume, unterzu wenig charakteristisch abweichenden klimatischen Aeuße-rungen gemacht worden sind, nicht zu bestimmten allge-meinen Folgerungen berechtigen; so wird es mir doch