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Gewißheit, die uns der Augenschein giebt; daß die Erdezur vollkommnen Entwicklung derPflanzen nothwendig ist,daß die Beschaffenheit des Bodens auf ihre Vegetationeinen sehr großen Einfluß hat.
^ Der Boden wird aber an für sich selbst als Mittel,als Recipient der vegetabilischen Nahrungsstoffc, zwey-tens hinsichtlich des Nahrungsstoffcs selbst, den er für sich,oder die ihm beygemischte Dammerde enthält, gewürdigt.
Wenn in ersterer Beziehung die Natur der Erdarten,des Kalksteines, Mergels, Lettens, Leimens, Sandes rc.einen sehr verschiedenen, der organischen Beschaffenheitder Gewächse angemessenen Einfluß auf ihre Vegetationäußert und die Einwirkung des Bodens mittelst desenthaltenen Nahrungsstoffes nicht minder groß ist; somuß es sowohl für den Agronomen, als den Forstmann,äußerst wichtig seyn, zu erforschen, wie sich dieser doppelteEinfluß auf die Vegetation der Wald- und Feldkulturäußert!
Freylich stellen sich diese beyden, für sich getrennt wir-kenden Eigenschaften des Bodens nicht isolirt der Forschungdar; das vegetabilische Leben verschwindet in den reinenErdarten, wie das Animalische in den reinen Gasen;denn selbst in der ungemischten Lebenslust (xar oxixöne)dauert das Leben nicht aus, ob sie gleich zum Athmenunentbehrlich ist, und eine starke Beymischung derselbendie organische Kraft und Reizbarkeit sehr erhöht.
Die dem Wachsthume Vortheilhafteste Mischung derErdarten wird sich jedoch demselben ungünstig äußern,wenn der unentbehrliche l,»m»r ihnen gänzlich abgeht,dahingegen eine günstige Beymischung des letzter» dernachtheiligen Natur der erster» kräftig entgegenwirkenkann, ja sie in manchen Fällen selbst ünbemrrkbar erscheine»