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Des Antheils des Bodens am Wüchse wird selten,noch weniger des wichtigen Umstandes, in welchem Schlüssedie Bäume gestanden, oft nicht der Holzgattung, ja nichteinmal ihres Alters nach Zählung der Jahres-Ringegedacht; wie ist es da möglich, einen Vergleich derProduktions-Fähigkeit des Waldes verschiedener Gegen-den anzustellen!
Nach sämmtlichen Reise-Berichten von den Südländernscheint allerdings das Holz, gleich den übrigen Pflanzen,dort schneller wie bey uns zu wachsen, eine größere Dickeund Länge zu erreichen, obgleich auch die Erfahrungnicht minder lehrt; daß das Holz, bey einem nördlichernoder höhernStandc erzogen, härter, elastischer und dauer-hafter ist; bey einer nähern Untersuchung mögte jedochselbst der Einfluß eines südlichen Himmels auf die stärkereProduktion unsrer Holzgattungen nicht so groß seyn,wie man es ziemlich allgemein anzunehmen pflegt.
Der Baobab des heißen Afrika's erreicht freylich dieaußerordentliche Dicke von 27 Fuß Durchmesser; seineLänge aber kaum diese Dicke; und wenigstens acht Jahr-hunderte werden zur Erlangung eines Durchmessers von25 Schuhen erfordert; sein Wuchs ist also dem des be-rühmten Kastanienbaumes zu Tortworth in Gloucester,dessen Alter über lioo Jahre angenommen wird und beyeiner ähnlichen Dicke nur acht Schuh lang ist, ähnlich.Freylich kann die Erscheinung des lelztern nur als eineAnomalie angesehen werden. Golbery will in Afrikaeinen Baobab (wahrscheinlich eine andere rpeciez) von34 Schuh Durchmesser bey 50 —bo Schuh Höhe gesehenhaben.
Der Ceyba des Senegals erlangt einen untern Durch-messer von 10 Fuß, bey einer Höhe von 120 Schuh und
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