Buch 
Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
Entstehung
Seite
132
JPEG-Download
 

132

denn als man ihm bey Gelegenheit der Ausführung vonBaumpflanzungen der pommerischen Landstraßen bemerkte,daß die Früchte dieser Bäume der Entwendung ausgesetztseyn würden, entgegnen Friedrich schön; so werdenwenigstens Menschen sie genießen. —

Dieser Fürst, indem er den ersten Keim zu der Be-völkerung der ehemaligen Wüsten des Bergisch-ClcvischenLandes legte, verordnete zur nämlichen Zeit die Anlagemehrerer setzt gut bestandenen Nadelholz-Kulturen, undich erinnere mich, wenn ich nicht irre, beym Herrn Forst-Inspektor Zimmermann in Dinslacken, eine von ihmeigenhändig geschriebene Ordre gesehen zu haben, welchedie Einhegung und Schonung eines neuerwachsenen Forst-ortes befiehlt; ein Beweis, daß Friedrich derZweite, dessen umfassendem Geiste kein Gegenstandder Staats-Oekonomie weder zu groß, noch zu klein «war, bey aller Werthschätzung der Menschen, auch dieBäume seiner Aufmerksamkeit würdigte.

Ich gebe daher zu, daß in einer Gegend, die hin-reichend mit Holz versorgt ist, auch Ländereyen, diemehr Holz als Früchte produciren, zu Feld benutzt wer-den ; sie müssen aber doch versprechen, den Bauer zunähren, welches der Fall nie ist, -wenn ein vollkommengut gebauetes und gedüngtes Feld nicht in guten Jahrenwenigstens I5mal die Saamenfrucht giebt, bey welcherAnnahme die durchschnittsmäßige Erndte von Acckernverschiedener Güte und bey mittelmäßigem Baue höchstens7fältig seyn wird.

Der größere Theil unsrer Felder ist aber noch sehrbedeutender Verbesserungen fähig und ihre Kultur wirdan vielen Orten, wo die Kalkerde und der Leimen demBoden abgeht, nur erst dann eine gewisse Vollkommenheit