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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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unter den günstigsten Verhältnissen bey seinem Entstehendie Vollkommenheit erreiche, zu der er sich oft erst nachJahrhunderten aufschwingt; und daher nicht zu tadeln,wenn Ländereyen urbar gemacht werden, die sich zurFeldzucht eignen, wenn gleich ihre Produktion in erstererZeit gering ist.

Ist das Land aber einmal so weit urbar gemacht undbevölkert, daß auch bereits beträchtliche Landstriche inKultur sind, die sich nicht zur Feldkultur eignen oderden Menschen nicht nähren; die Güter im Durchschnittezu groß sind und sie nicht alle oder doch wegen ihrer zugroßen Ausdehnung nur schlecht gebaut werden; daß die-ser Ackerbau auf vielen Punk.en nicht mehr ohne die De-gradation des Waldes (ich sage nicht, ohne Unterstützungdes Waldes, die er bey Maaß und Ziel, ohne selbst zuGrunde zu gehen, dem Feldbau gewähren mag ) bestehenkann; dann ist nach meiner Meinung der Augenblick da,wo vorerst nicht an Ausrodung der Waldungen gedacht,sondern dahin zu wirken ist, daß die sich mehrende Volks-menge in den Gegenden verbreite, wo die bessern Gründenach einer bessern Kultur entgegen harren und die Größeder Güter eine größere Bevölkerung wünschenswert!)macht.

Es ist diese Aufgabe freylich nicht klein, nicht dasWerk eines Augenblickes, eines Jahrzehend; würdig aberist sie der Fürsorge eines großen hochstnnigen Gouver-nements !

Werden unterdessen die Waldungen gepflegt und nachforstlichen Grundsätzen bewirthschaftet, so dürfte diePro-duktion derjenigen Waldfläche, deren Boden sich zurFeldzucht eignet, dabey nichts verlieren: mit welcherZuversicht wird man aber nicht dereinst sie entwalden und