I. KieUolke des Waldes im Kreisläufe des Kohlenstoffs.
Zu allen Zeiten hat der wunderbare Vorgang des Wachsensder Pflanze — die Entstehung der Gewächse aus unscheinbarenSamenkörnchen — denkende Geister beschäftigt; doch gelang eserst der modernen Naturwissenschaft und zahlreichen Untersuchun-gen vieler ausgezeichneter Forscher, den geheimnißvollen Schleier,welcher über dieser innersten Werkstätte der Natur lag, einiger-maßen zu lüften. Bleibt zwar noch Vieles von diesen Vor-gängen in Dunkel gehüllt, so ist doch das Erkannte und wissen-schaftlich Festgestellte bedeutungsvoll genug, um von jedem Ge-bildeten, vorzüglich aber von jedem Pfleger des Waldes ver-standen zu sein.
Ohne nun in das Detail der Pflanzenphysiologie einzugehen,soll hier nur kurz das zum Verständniß dieses Kapitels unum-gänglich Erforderliche vorausgeschickt werden.
Bekanntlich sind die Grundstoffe unzerstörbar und ewig; diePflanze vermag solche daher auch nicht zu erschaffen und ist beider Aufnahme derselben auf ihre Umgebung beschränkt, weil ihrdie Fähigkeit der freien Bewegung abgeht. Die höher organi-sirten Landpflanzen beziehen also die Stoffe zum Aufbau ihresOrganismus theils aus der Luft durch Vermittlung der Blätter,theils aus dem Boden mittelst der Wurzeln. Diese Stoffenimmt die Pflanze jedoch nicht in elementarer Form, sondernin Form chemischer Verbindungen mit anderen Grundstoffen aufund man nennt alle derartige Verbindungen, welche Lieferantengewisser Bestandtheile der Pflanze sind, „Pflanzennährstofse".
Um daher beurtheilen zu können, welches die Nahrungs-mittel der Pflanze sind, muß zuerst die Frage beantwortet sein: