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IV. Die wirtschaftliche Bedeutung des Waldes.
erfordert das Waldgewerbe im Durchschnitt ein 4fach größeresGrundcapital, als der gewöhnliche landwirthschaftliche Betriebzu gleichem Arbeitseinkommen, dagegen zu einem gleichenRoherträge ein 20- bis 25fach größeres.
Außer den obigen Mitteln der Produktion kommt auch nochwesentlich die Zeit, welche sie erfordert, in Betracht; nächst derMasse und dem Tauschwerth der Erzeugnisse bildet daher haupt-sächlich die Zeit, welche zu ihrer Herstellung nothwendig war,einen Maaßstaab für die Produktion. Gegenüber allen anderenGewerben ist nun der Gang der Gütererzeugung am langsam-sten bei der Forstwirthschaft, die Zinseszinsen der aufge-wendeten Produktivkapitalien laufen daher in diesen langen Zeit-räumen bis zur Holzerndte zu ungemein hohen Beträgen anund es folgt hieraus von selbst, daß das absolute Einkom-men („Nettoertrags) aus der Forstwirtschaft nur ein verhältniß-mäßig niedriges sein könnte.
Es ist deshalb von Interesse, den Vergleich zwischen denReinerträgen des Waldes und jenen des Ackers kennen zulernen, wie ihn v. Hagen für Preußen in Procenten berechnete,indem der Ackerertrag — 100 gesetzt ist.
den Schichte von Holzzellen, welche durch Theilung aus dem fort-bildungsfähigen Gewerbe des Cambiums entstehen. Jeder Baum be-steht demnach aus ebensovielen übereinander abgelagerten Hohlkegeln(oder hohlen Paraboloiden) als er Jahre alt ist; beim Abschneiden desBaumes erscheinen diese Schichten auf dem Querschnitt als concentrischeRinge („Jahrringe"). Der Bestandeszuwachs pro Hectar ist die Summealler an den einzelnen Bäumen angelegten Holzschichten, doch ist mitdem fortschreitenden Wachsthum der Individuen nothwendig eine Ver-minderung der Stammzahl pro Hectar verbunden und zwar findetdiese in ersten Altersklassen in stärkerem Maaße statt als im höherenAlter. Solche durch die natürliche „Reinigung der Bestände" sich er-gebende „Zwischennutzungen" werden im Wege der Reinigungshiebe undDurchforstungen gewonnen.