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Der Wald im Haushalte der Natur und des Menschen / von Rudolf Weber
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IV. Die wirthschaftliche Bedeutung des Waldes.

Vorbereitungshiebe und eine planvoll betriebene Vorverjünguagein frühzeitigeres Eingehen von Renten erzielt werden, die beider Bilance gegenüber den Produktionskosten eine erhebliche Ver-mehrung der Erträge bewirken, weil auch sie mit Zinseszinsenanwachsen.

Weit eher, als der kleine Waldbesitzer vermag der Eigen-thümer größerer Waldungen, namentlich wo solche nicht zerstreutim Culturlande liegen, sondern zusammenhängende Forste ingrößeren Waldgebieten bilden, auch noch bei höheren Umtriebs-zeiten mit Vortheil zu wirthschaften. Solcher absoluter Wald-boden repräsentirt ohnehin schon ein geringeres Bodenkapital,die Verwaltungs- und Culturkosten ermäßigen sich gleichfalls beidem größeren Wirthschaftsbetriebe und es ist das Holzkapitalmeist auch besser geschützt, und verwaltet, so daß werthvollereSortimente erzogen werden können und also eine Erndte vongrößerem Marktpreis für den längeren Verzicht auf Rente ent-schädigt. Sehr kurze Umlriebszeiten und doch zugleich eine werth-volle Produktion gestaltet derSchälwald", welchem aber wegenseiner Ansprüche an ein sehr mildes Klima und guten Bodenganz bestimmte lokale Grenzen gezogen sind. Da das Wald-gewerbe ohne seine Produktivkapitalien (Grund und Boden, sowieMaterialfond) undenkbar ist, so bildet die unversehrte Erhaltung,dieserfixen Kapitalien" eine wesentliche Bedingung forstlicherProduktion. - Im Forstbetrieb ist daherNachhaltigkeit derNutzung" das oberste Princip. Die Gewinnung der Erzeug-nisse muß also in einer Weise geregelt sein, daß nur der wirk-lich in dem ganzen Walde stattfindende Gesammt-zuwachs als Ertrag betrachtet und dieser in Form eines gleichgroßen Quantums Holz aus den Haubaren Beständen entnommenwird. Die Ermittlung dieses Ertrages und die Anweisungseiner Nutzung nach wirthschastlichen Grundsätzen ist Aufgabe derTaxation und Wirthschafts-Einrichtung (oder Betriebsregulirung)^Hierbei gelten als Hauptprincipien, daß die Produktions-kraft des Bodens ungeschwächt erhalten bleibe; es darfalso keine Verminderung des Humusgehaltes, keine Austrocknungund Verhärtung des lockeren Waldbodens, kein übermäßiger Ent-zug der wichtigsten Pflanzennährstoffe (insbesondere Kali undPhosphorsäure) stattfinden. Ferner darf keine Beschädigung;