L. Lonsumtion der WaldproduNc.
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sition eines Waldortes ohnehin zur Trockniß hinneigt. Sand-ebenen, Bergrücken und steile Gehänge, namentlich aber alle süd-und westlichen Lagen sollten von vornherein von aller Streunutzungausgeschlossen bleiben, während dagegen alle Oertlichkeiten mitnassem Untergrund, sumpfige Standorte, Thalmulden und engeSchluchten, in welchen der Wind das Laub zusammenweht, ohnewesentlichen Schaden gerecht werden können.
Aber auch der beständige Entzug der stickstoffhaltigenStoffe und der Aschenbestandtheile, welche in dem abge-fallenen Laub, den Nadeln und dem Moos enthalten sind, führtunfehlbar zu einer Erschöpfung des Bodens. Der Ersatz fürerstere Stoffe, die bei der Verwesung in salpetersaure Salzeund Ammoniakverbindungen übergehn, wird zwar theilweise durchden Gehalt des Regen- und Schneewassers an letztgenanntenStoffen einigermaßen geliefert, jedoch bei weitem nicht in aus-giebiger Weise; ebenso ist der Ersatz an mineralischen Nähr-stoffen durch Verwitterung der Gesteinstrümmer des Untergrundesund der Feinerde selten so reichlich, daß er die Verluste durchden Entzug nachhaltig decken könnte. Es muß deshalb eineBodenverarmung um so früher eintreten, je schlechter die mine-ralische Bodenbeschaffenheit von vornherein war; Sandgegenden,Sandsteingebirge und Gegenden mit magerem Kalkboden werdendaher diese Erschöpfung in viel kürzeren Zeiträumen erreichen,als Landstriche mit fruchtbarem Mergel -, Thon-, Lößboden, oderBasalt, Muschelkalk und Thonschiefer-Gebirge, die viel lehmigeVerwitterungs-Produkte im Boden enthalten und viel nachhal-tiger Kali, Kalk und Phosphorsäure zu liefern im Stande sind.Zwar wird durch den Anbau der Kiefer, welche in ihrem starkenNadelabfall ein sehr günstiges Mittel zur Erhaltung der Boden-feuchtigkeit bietet und zugleich die Neubildung einer Humusdeckeeinleitet, der noch nicht zu weit herabgekommene Waldboden ineinigen Jahrzehnten wieder verbessert, jedoch nur unter der Be-dingung, daß kein erneuter Streuentzug stattfindet. Wo aberdie Ausrechung der Bestände ohne Unterbrechung in kurzen.Zwischenräumen sich folgt, da tritt auch in den Kiefernbeständenbald ein Stillstand des Zuwachses und entschiedener Rückgangein. Leider findet eine solche heimliche Devastation bald in Folgevon Servituten, bald aus wirthschastlichem Nothstand der Ge-