L, Consumtion der Waldprodukte.
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der Waldunschädlichkeit ausgeübt wird, in volkswirthschaftlicherHinsicht, wie auch vom Standpunkte des Waldbesitzers zu billigen,aber es bedarf einer genauen und fleißigen Controls, um dieÜberschreitungen der Hirten rechtzeitig zu bekämpfen. Auch hiersind statistische Angaben die beste Orientirung über die volks-wirthschaftliche Wichtigkeit dieser Nebennutzung, wir wählen dazudie von Bayern veröffentlichten Zahlen für den Zeitabschnitt1861/67. Die Stückzahl der einzelnen Viehgattungen, welcheauf Waldweide getrieben wurden, ist:
Hornvieh > Pferde ^ Ziegen j Schafe > Schweineper Jahr durchschnitt!. 117793 > 3288 j 8711 s 73071 s 14296
Der Geldwerth dieser Nutzung ist veranschlagt aus circa222000 Reichsmark, wovon jedoch ein großer Theil auf Grundvon Servituten ausgeübt wurde. Was die Gras Nutzung inenklavirten Wiesenflächen oder in den Schlägen, und Cultur-flächen der Waldungen betrifft, so hat dieselbe in sehr bevölker-ten Gegenden, namentlich bei gutem Boden eine große Bedeutungweil sie dem Maldbesitzer die Verwerthung eines außerdem oftunbenutzbaren Produktes ermöglicht und aus der andern Seiteder unbemittelten Bevölkerung Gelegenheit zur Vermehrung derFuttervorräthe gibt. So wünschenswerth daher diese Art derNebennutzungen ist, so erfordert sie doch eine sorgfältige Ueber-wachung, weil die Beschädigung der Culturen und natürlichenVerjüngungen zu leicht möglich ist. In vielen Gegenden wirddie Grasuutzung als Vergünstigung gestattet, um dadurch demFrevel entgegenzuwirken und eine Controls zu ermöglichen. Dieaus diese Weise der Landwirthschaft zu Gute kommenden Futter-stoffe lassen sich deshalb bezüglich ihrer Größe schwer taxiren,erreichen aber jedenfalls hohe Beträge. Die statistischen Zu-sammenstellungen Bayerns weisen für die oben erwähnte Periodeper Jahr einen Geldwerth von ca. 160,000 Reichsmark fürGrasnutzung nach.
Es ist hier auch der landwirthschaftlichen Zwischen-nutzungen zu gedenken, welche bei gewissen Betriebsarten (Hack-wäld, Röderwald und dem geregelten Waldfeldbau) in einzelnenGegenden, namentlich im Großherzogthum Hessen, mit dem Forst-betriebe verbunden sind. Eine eingehende Besprechung derselbenfällt dem Gebiete des Waldbaues zu, jedoch soll hier deren