80
IV. Die wirtschaftliche Bedeutung des Waldes.
volkswirthschaftliche Wichtigkeit erwähnt werden. Die mit derjedesmaligen Verjüngung der Bestände periodisch wiederkehrendelandwirthschaftliche Benutzung der Schläge setzt, wie ein Blickauf die obige Tabelle der Aschengehalte verschiedener Erndtenlehrt, einen sehr guten Boden oder einen durch Wassercirkulationim Boden (;. B. Stauwasser der Flüsse) beständig stattfinden-den Ersatz voraus. Unter solchen Verhältnissen und im Ver-ein mit einem milden Klima kann der Wald- und Feldbau einsehr bedeutendes Arbeitseinkommen gewähren, viele Menschenbeschäftigen, dem Mangel an Ackerland in dicht bevölkertenGegenden in günstiger Weise abhelfen und dem Waldbesitzerhohe Reinerträge abwerfen, weil statt der Culturkosten einAktivum von Ueberschüssen in Rechnung kommt und mit Zinses-zinsen sich vermehrt. Dagegen ist auf dem mittelmäßigen undschlechten Waldboden ein mehrmaliger Fruchtanbau nicht statt-hast. weil dieser ohne Ersatz durch Düngung sicher zur Wald-devastation führt und die dauernde Grundlage des Forstbetriebeserschüttert oder vernichtet. In dünn bevölkerten Gegenden, inden Gehängen der Gebirge und in rauhem Klima ist der land-wirthschaftliche Zwischenbau ohnehin unmöglich.
Von den übrigen Nebennutzungen ist nur die Torfgewin-nung in manchen Gegenden von größerer Bedeutung, zuweilenauch der Betrieb der Steinbrüche und Erdgruben, welche jenach den lokalen Verhältnissen erhebliche Renten abwerfen können.Ihrem Wesen nach sind diese Nutzungen jedoch keine forstlichen,sondern fallen nur zufällig in den Bereich des Forstbetriebes,wenn Torflager oder gesuchte Gesteine im Walde vorkommen.
Viel unbedeutender sind im geregelten Forsthaushalle dieEinnahmen aus Harznutzung in Nadelholzbeständen, weil dieGewinnung des Harzes durch Scharren der gerissenen „Lacken"an Fichten den Nutzwerth des Holzes und den Zuwachs in vielhöherem Grade beeinträchtigt, als der Ertrag aus dem Harzabwirft; diese Nutzung gilt daher im Allgemeinen als unwirth-schaftlich.
Die Nutzung der Früchte des Waldes hat entweder denZweck, sie zur künstlichen Hochzucht zu verwenden, oder zuweilenFutterstoffe für die Landwirthschaft („Mast") zu liefern. Inmanchen Gegenden erlangen diese Verwendungen lokale Wichtig-