Buch 
Der Wald im Haushalte der Natur und des Menschen / von Rudolf Weber
Entstehung
JPEG-Download
 

Schluß.

In den vorstehenden Abschnitten lernten wir den Wald alsein wichtiges Glied im Naturganzen kennen. Während er dieSonnenwärme des Sommers gleichsam fixirt und ihre belebendeund bewegende Wirkung dem Menschen zur beliebigen Verwen-dung als Wärme oder mechanische Kraft in die Hand gibt, ver-richtet er gleichzeitig eine hochwichtige Funktion als Regulatorder chemischen Beschaffenheit des Luftmeeres. Ebenso erhöht erdie Feuchtigkeit der Luft, wirkt condensirend auf die vom Ozeanherströmenden dunstbeladenen Luftströmungen und sammelt dieseNiederschlage in seinem Schvoß, um sie in nachhaltiger Weiseallmählig den Quellen und Flüssen zuzuleiten, wodurch er denUnterschied der nassen und dürren Jahreszeiten in vielen Hin-sichten ausgleicht und Wassermangel ebenso verhindert wie dieUeberschwemmungen. In klimatischer Hinsicht mäßigt er dieExtreme der Lufttemperatur, bricht die Gewalt der Winde underhält die Fruchtbarkeit und Bewohnbarkeit vieler Gegenden.Endlich liefert der Wald dem Menschen eine große Zahl höchstwichtiger Produkte, welche verschiedenartigen Bedürfnissen dienenund in vielen Fällen durch nichts Anderes zu ersetzen sind. Ausallen diesen Gründen folgt, daß eine vollständige Vernichtungder Wälder sich in der schwersten Weise an der Menschheitselbst rächen würde, daß ein gewisses Maas von Bewaldungfür das öffentliche Wohl unumgänglich nothwendig und dessenErhaltung im Interesse der Gesammtheit geboten ist. Wie großdiese nothwendige Waldfläche im Verhältniß zur gesummtenFläche eines Landes sein müsse, läßt sich nicht in einer für alleVerhältnisse passenden Prozentzahl ausdrücken, da, wie wir obenschon mehrfach angedeutet haben, sowohl das Klima eines Landes,