264 Tak. CLXIX. 2. Buch Moſis Cap. 22. verſ. 31. 2c.
zerſtreuen ſich gleichwolen in fuͤnff Partheyen,die ich werde durch die Muſterung paſſirenlaſſen, mich haltend an den gelehrten BochartHieroz, P. I. L. II. c. 50. Im erſten Gliedſtellen ſich diejenige, welche durch das Boͤck-lein bey⸗ oder in der Milch ſeiner Mutterdasjenige verſtehen, ſo noch in Mutter⸗Leibeliget, welche Sache Clemens AlexandrinusStrom. L. II. folgender Weiſe ausleget, manhaͤtte ehemals die Geiſſen, Ziegen, oderSchaafe die dem Vermuthen nach bald ab-legen oder werffen ſollen, mit Fuͤſſen geſtuͤr-
et, geſtoſſen oder geſtampfet, und hiemit die
Ruͤtter, welche GO zur Erhalterin und
Schützerin des Lebens erſchaffen, zum Grab
ihrer eigenen Frucht gemacht, auch zugleichdieſes annoch in der Mutter ligende Geſchopf-fe gleichſam lebendig in der Mutter Milchund Blut gekochet, welches Verfahren nachPlutarchi Zeugnis reg! cg Die L. II. folgen-der Zeiten bey denen Mutter⸗Schweinen uͤb-lich geweſen, denen Heyden ſelbſten aber dermaſſen grauſam und unmenſchlich vorgekom-men, daß er mitten unter ſeiner Erzehlungausruffet& 2c uabugce. proh piacularis Jupi-ter! das GOT erbarm! dieſe AuſſagePlutarchi, der wohl 1500. Jahr juͤnger alsMoſe war, iſt das aͤlteſte von denen, welcheClemens ſein Vorbringen zu belegen gefunden,wie nemlich die Schweine durch ein unbarm-hertziges und barbariſches Unternehmen zurSpeiſe bereitet worden, und wuͤrde ſein Be-weißthum ſtaͤrcker ſeyn, wofern er darthunkoͤnnte, daß dergleichen Gebrauch bey denenEgyptern oder Juden ebenfalls im Schwan-ge gegangen; Mich duͤncket nicht ohne Grund,es werde dieſe vermeynte niedliche Tracht ein
garſtiges Gekoͤche gegeben haben, weilen ſol-
cher geſtalten nicht allein der Milch⸗foͤrmige indem Schaaf ⸗Haͤutlein, Amnio, liegende Nah-rungs⸗Safft ſich mit dem Fleiſch vereinbark-ſondern es wuͤrde auch der im Harn-HaͤutleinAllantoide, in zimmlicher Menge geſammelteHarn, wie nicht weniger, der in denen Ge-daͤrmen, ſonderlich cceco, dem blinden Darm,haͤuſig angefüllte groͤbere Unrath mit dem jam-merlich zerſtampften und zu tode gemartertenBoͤcklein vermenget worden ſeyn. Zuge-ſchweigen, daß ein ſolches Verhott denen Ju-den zu geben ohne deme uͤberfluͤſſia geweſen,als welchen vorhin nicht zugelaſſen war, einmit Blut unterloffenes Fleiſch, desgleichen einFleiſch deſſen Adern annoch mit Blut gefüͤl-let, und dann ein aus denen Adern abgelaſſe-nes aber gerunnenes Blut zu eſſen, oder aufeinige Art zur Speiſe zu machen.
Junius, Piſcator nebſt andern verſtehendurch das Boͤcklein bey der Mutter⸗ Milchdie erſten ſieben Tage nach der Geburt, da esſeiner Mutter⸗Milch annoch beduͤrfftig iſt,damit es auf⸗ und auswachſen moͤge, ſo langes nemlich noch unreiff iſt, darum auch in
du mirs geben, und 3. B.
wohlbeſtellten Staͤdten die hiezu verordneteFleiſch⸗Schauer beſonders hierauf Achtunggeben, denen nicht genug verreifften noch ab-geſaͤugten Thierlein die Ohren abſchneiden,damit ſie nimmer verkaͤufflich ſeyn moͤgen,oder in den Fluß werffen, oder dem Abdeckerzuerkennen. Es meynen alſo obbemelte ge-lehrte Maͤnner, es werde allhier die Schlacht-und Opferung eines Boͤckleins vor dem achtenTage verbotten, deſſen zur Bekraͤfftigung fuͤh-ren ſie an 2. B. Moſ. 22, 29. 30. deinen er-ſten Sohn ſolt du mir geben; Alſo ſoltdu auch thun mit deinem Ochſen undSchaafe; ſieben Tage lang laß es beyſeiner Mutter ſeyn/ am achten Tage ſoltö Moſ. 22,27.Wenn ein Ochs, oder Lamm oder Geiß(Siege) gebohren wird, ſo ſoll es ſiebenTage lang bey ſeiner Mutter ſeyn, undam achten Tag, und darnach mag manes dem SER RN opfern/ ſo iſt es ange-nehm fuͤr ein Feur⸗Opfer. Sie fuͤgen hin-zu, daß in gedachten Stellen und 2. B. Moſ.23, 19. c. 34, 26. das Geſetz von denen Erſt-lingen neben dieſem ſo wir jetzo vor uns ha-ben, ſtehe; Ja einigen beliebet das Oſter-Boͤcklein oder Oſter Lamm ſelbſten hieher zuziehen nach Maßgebung 2. B. Moſ. 34 26.deme aber entgegen ſtehet, daß das Boͤcklein,ſo lange es ſauget, bey ſeiner Mutter Milchiſt, welches ſich oͤffters weit uͤber den achtenTag hinaus erſtrecket.
Andere machen ſich die Gedancken,⸗ es wer-de nicht nur ein ſieben Taͤgiges Boͤcklein oder
Lamm verbotten, ſondern ein jedes ſo noch
von der Mutter geſaͤuget wird, welches beydenen Boͤcklein auf eine Zeit von 3. denen Laͤm-mern biß 4. Monat hinaus langet, wozuVarro einſtimmet, Ruſtic. I. I. c. I. 2. dieſeszu beſtaͤrcken ſoll ihnen die Erfahrung dienen,daß gedachte Junge vor dieſer Zeit ſo geſundnicht ſeyn, als wenn ſelbige ihr Gebuͤhr er-
reichet, inmaſſen ſie vorhero mehr Milch als
Blut haben. Zudeme lieffe einige Unharm-hertzigkeit mit unter, wenn man das Jungevon denen Euͤtern oder Mutter Vruͤſten weg-riſſe; Allein dieſer Auslegung laufft Schnur-ſtracks entgegen, wenn man mit ſicherm Grundſchlieſſet, daß dasjenige nach dem Geſetz auchrein und zur Speiſe verſtattet geweſen, wasGO T zu ſeinen Opfern erlaubt hat; Nunaber hat der Heilige und gerechte OSE RRgleich nach dem ſibenden Tage die Boͤckleinund Laͤmmlein angenommen, folglich ehe ſienoch entwoͤhnet und umgebunden worden/ be-ſihe 2. B. Moſ. 22, 30. 3. B. Mos. 22/27.Dahero man auch liſet, daß Samuel einSaͤug Lamm oder Milch⸗Laͤmmlein,agnum lactis, agnum ſubrumum, Ane Nn.zo geopfert, welches Opfer GO TT ſehrgnaͤdig auf und angenommen, I. Sam. 7,
9,10.5 Ande-