47
Es kommen Knaben auf Getreide-
100 Mädchen
preise.
1855
104,43
Fr.
39,93
1856
106,30
55
34,9ö
1857
106,40
55
32,34
1858
106,io
55
24,42
1859
105,59
55
25,u
1860
105,93
55
33,53
1861
107,19
55
31,94
1862
107,34
55
30,23
1863
106,47
55
29,18
1864
106,12
Mittel
106,42
(seit 1. Oktober)
der Doppeleenlner.
Die andere Ansicht, zuerst 1828 von Hofacker in Tübingen und fast gleichzeitig(1830), doch unabhängig von jenem, auch von Sadler in England aufgestellt und seit-her durch Göhlert in Wien, Boulanger in Calais u. A., unter Zugrundelegung einesgrossem Materials, bestätigt, glaubt, dass in Ehen, in denen der Mann älter als dieFrau, ein Knabenüberschuss, in solchen, wo beide Theile gleich alt, ein Gleichgewichtbeider Geschlechter, in denen endlich, wo die Frau älter ist als der Mann , ein Mäd-chenüberschuss stattfmde (113 —93 —88 Knaben auf 100 Mädchen 23 ). Eine Er-klärung, die nicht nur statistisch durch alle bisher gemachten Untersuchungen be-stätigt wird, sondern zugleich auch überhaupt den Knabenüberschuss, indem imAllgemeinen in den europäischen Staaten aus physischen und socialen Gründen beider Ehe der Mann die Frau an Alter übertrifft, den geringem Knabenüberschussbei den unehelichen, weil die Altersdifferenz bei nicht durch die Ehe verbundenenEltern geringer ist, * und bei den Kindern auf dem Lande den grossem Knaben-überschuss, weil hier der Mann erst viel später zur Ehe schreitet, erklärt, wennsie auch die physiologische Ursache, die die Entscheidung des Geschlechts über-haupt bestimmt, und auch die Schwankungen der Geschlechtsproporlion in einzelnenJahren nicht erklärt.
Jedenfalls muss der Erklärungsversuch, dass deshalb ein Knabenüberschussstattfinde, damit das numerische Gleichgewicht der Geschlechter, wegen der grossemSterblichkeit der männlichen Kinder, wieder erreicht werde, entschieden zurück-gewiesen werden, da die Natur diesen Zweck auf viel einfacherm Wege hätte er-reichen können, wenn die Bedingungen des Werdens und Sterbens die geschlecht-liche Verschiedenheit der Individuen gar nicht berücksichtigten, abgesehen davon,dass durch diese teleologische Erklärung der physiologische Grund der frequentemEntstehung männlicher Individuen nicht erklärt wird. Immerhin aber lässt sich nachso erfreulichen und ermuthigenden Voruntersuchungen hoffen, dass es der medicini-sehen Wissenschaft, gestützt auf die Statistik, gelingen werde, die physiologischeUrsache nicht bloss des Knabenüberschusses überhaupt und der Schwankungen des-
* Die meisten Unehelichen sind Erstgeborne, bei denen überhaupt ein Frauenüberschussstaltfindet.
23 Vergl. Wappäus II 160 ff. Quetelet, Sur l'homme et le developpement de ses facuttesou essai de physique sociale. Bruxelles 1836. T. I p. 60 suiv. Bernoulli S. 148. Horn I 314 ff.