Buch 
Das preussische Eisenbahnnetz : mit besonderer Beziehung auf die östlichen Provinzen / vom Amtsrath Livonius und Oeconomiecommissarius Mertens
Entstehung
Seite
7
JPEG-Download
 

7

ficht in die Verhältnisse hervorgerufener Nothschrei, der nichts an-ders sagen will, alswir wollen lieber den kleinen Handel mitder Hauptstadt und den mittleren Provinzen, den wir jetzt haben,ohne Eisenbahn behalten, als mit einer Eisenbahn garkeinen Handel haben. Unserer Ansicht nach wäre es ein großes, durchden vorschnellen Bau der Eisenbahn von Stettin nach Stargard nicht gerechtfertigtes Unrecht, wenn dem schon sehr zerdrücktenostpreußischen Handelsstande der Handel zwischen Ostpreußen undden mittleren Provinzen entzogen und dem seiner Lage nach ohne-dies hochbegünstigten Stettin zugeführt werden sollte und noch dazuauf Umwegen, wodurch andere Provinzen mit leiden und welchedem ursprünglichen Zweck, zu welchem diese Bahn dienen soll,(Siehe unter 1.), zuwider läuft.

3. Geht die von uns vorgeschlagene Bahn durch den reichstenund gewerbeflcißigsten Theil Westpreußens, in welcher Hinsicht wirnur auf die Städte Conitz, Iastrow, D. Crone, Stargardt aufmerk-sam machen wollen, mit denen sich keine andern in diesem TheilWestpreußens vergleichen lassen. Daß, wie die preußischen Han-delsstädte verlangt haben, die Bahn die Netze entlang geführt wer-den soll, ist für die Gegend an der Netze überflüssig, da sie dieWasserstraße hat und bietet, soweit wir einzusehen vermögen, auchnicht den geringsten Vortheil für die ostpreußischen Handels-städte. Der Handel zwischen Danzig und Bromberg wird durchdie Stromverbindung vermittelt, welche die allein angemessenesein dürfte, da der Handel sich zum bei weitem größten Theil aufHolz und Getreide beschränkt. Hinter Bromberg hat Danzig sogut wie gar keinen Handel. Die übrigen ostpreußischen Städtetreiben nicht einmal mit Bromberg Handel, aus welchem Grundesollte denn eine Eisenbahnverbindung zwischen ihnen und Bromberg und der Gegend an der Netze hergestellt werden? 3m Gegentheil,es müßte ihnen lieb und. wird ihnen nützlicher sein, eine neue Ver-kehrsstraße mitten in einer umfangreichen Provinz zu erlangen, daihnen ja die bisherigen ganz ausreichenden Handelsstraßen aufden Flüssen dennoch bleiben. Oder will Danzig diese Gelegenheitbenutzen, um allmülig eine Eisenbahn nach Posen zu erlangen?So mag es doch nicht übersehen, daß die Stadt Posen mit den da-hinter belegenen und einem großen diesseits (nach Danzig ) bclc-gcnen Theil der Provinz in den Handelskrcis von Berlin und