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Eine genauere Erwägung der thatsächlichen Vcrhälnissc desVerkehrs auf den großen Handelsstraßen führt u»S daher zu derUeberzeugung, — und die PrariS der ganzen cwilisirtcn Weltstimmt damit übcrcin, — daß bei der Wahl einer Eisenbahnrichtungeine Gegend, wohin sonst alle Interessen sich hinziehen, darum nichtvermieden werden dürfe, weil darin bereits ciiid Wasserstraße be-steht, daß vielmehr eine solche sehr oft Veranlassung zur Wahl derRichtung in dieser Gegend werden müßte, und daß endlich eine ansich wenig produktive Gegend, wenn sie auch durch zweckmäßigeBewirtbschastung einen höheren Ertrag zu gewähren vermöchte, durcheine Eisenbahn doch nie in eine fruchtbare Provinz verwandelt wer-den kann, wie dies z. B. die Bahnstrecke zwischen Berlin und Wit-tcnberg, oder Berlin und Fürstcnwalde handgreiflich darthut. Sosehr das Herz auch wünschen mag, die Bewohner einer armen, nurwenig produktiven Gegend, wohlhabender, oder ihren Grundbesitz imWerthe steigen zu sehen, so wenig ist eine Eisenbahn als solche einangemessenes Mittel dazu, weil die Kostbarkeit ihrer Herstellung inkeinem Verhältniß zu dem dadurch zu erlangenden Vortheil stehtund ihre Anlage sich zunächst nur in Gegenden rechtfertigt, wo einsolches Verhältniß erwartet werden kann. Sind die Bedürfnissedieser Gegend befriedigt, währt der Friede noch so lange fort, alser gedauert, haben auch jene weniger produktiven Gegenden sich,unterstützt durch die ihnen zunächst nothwendigeren guten Landstra-ßenverbindungen, und in der Industrie des Ackerbaues oder einemihnen eigenthümlichen anderen Zweige derselben erhoben, bringt end-lich auch die fortschreitende Industrie der Eisenbahnen selbst, wie wirnicht zweifeln, es dahin, den Bau und den Betrieb der Schienen-wege wohlfeiler herzustellen, als eS bisher geschah, so wird auchfür diese Gegenden früher oder später der Moment eintreten, woeine Eisenbahn für ihre besondern Interessen ein wirkliches Be-dürfniß wird, dessen Genügung nicht aufgeschoben werden kann.Unter keinen Umständen darf dies jedoch eher geschehen, als bisdiejenigen Richtungen hergestellt worden, welche am geeignetsten sind,dem Gesammtvortheil des Landes zu dienen und das Nationalver-mögen zu erhöhen, wenn solche humanistische Bestrebungen und derWunsch die, theils durch die Natur der verschiedenen Landstrichebedingte, theils historisch sich entwickelte Ungleichheit zwischen den-selben auszugleichen, — ohne erfüllt werden zu können, — nicht zuUngerechtigkeiten führen sollen. Das Kapital, so wie die Bcwoh-