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Das preussische Eisenbahnnetz : mit besonderer Beziehung auf die östlichen Provinzen / vom Amtsrath Livonius und Oeconomiecommissarius Mertens
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Anerkennung, welche darin zu liege» scheint, auch nach dem Ge-ständniß noch für uns beanspruchen dürft», daß wir der Vorzüge die er irrthümlich unserer persönlichen Stellung beilegtnicht theilhaftig sind. Glücklicherweise bedarf unsere Sache jedochkeiner Persönlichkeit. In diesem Glauben wollen wir auch seinemaufrichtigen Patriotismus nicht zu nahe treten und ihn von jedemeigennützigen Gedanken entlastet wissen.

Selbst wenn wir in unserem Herrn Gegner einen Bewohnerder von ihm verfvchtenen Richtung entdeckten, würden wir in derVertretung seiner Lokal-Interessen kein Unrecht finden. Wir schlie-ßen uns daher auch seinem Ausspruch, welcher Hinter-Pommcrnund die Gegenden Westpreußens in der Richtung über Eonitzaltetreu bewährte Provinzen" nennt, von ganzem Herzen an. Solldies Lob jedoch nur jene Richtung einseitig begünstigen und dieihr, von uns gegenüber gestellte verkümmern, so zwingt uns HerrLs, ihm zu erwidern, daß Hinterpommern von der ersteren wenigberührt wird und Westpreußen in der Richtung von Eonitz sowohl,als in der über Brombcrg, zugleich mit dem von letzterer Richtungberührten Netzdistrikt, seit ein und derselben Zeit des Vorzuges ge-nießt, unter dem Scepter unserer Könige zu leben. Die Benennungganz fremde Landstriche erscheint uns demnach gänzlich un-passend. Wäre sie selbst faktisch nicht völlig so grundlos, als siees ist, so würde die gebrauchte Bezeichnung doch unter keinen Um-ständen auf einen Landcstheil innerhalb der Grenzen Anwendungfinde» dürfen, welche die Fittiche des preußischen Adlers decken.Die Grenze des Auslandes ist da, wo ihr die Richtung an Brom­ berg vorbei am nächsten kommt, 9 Meilen, das heißt, ebensoweitvon dieser entfernt, wie der entfernteste Punkt der Eonitzer Straße.Da nun Herr Ls nicht annimmt, daß die Gegend längs derletzteren noch von der Bahn über Bromberg Vortheil ziehenkönne, ein Gleiches also von dem Lande jenseits der Grenze umso weniger geschehen kann, so ist er eben so unberechtigt, dieseBahn eine russisch-polnische, wie die Gegenden, welche siedurchziehen würde, ganz, oder überhaupt nur fremde zunennen. Damit zur Sache!

Nachdem wir in unserem ersten Artikel entwickelt haben, welcheGrundsätze uns bei der Wahl einer Eisenbahnrichtung als die noth-wendig maaßgebenden erscheinen, wollen wir heut in Beziehungdarauf die von Hrn. Ls befürwortete Richtung einer ge-