Buch 
Das preussische Eisenbahnnetz : mit besonderer Beziehung auf die östlichen Provinzen / vom Amtsrath Livonius und Oeconomiecommissarius Mertens
Entstehung
Seite
27
JPEG-Download
 

eher ein Grund für, als wider die Wahl derselben gefundenwerden müsse.

Was sodann die Richtung der Verbindung von Stet­ tin oder vielmehr von Stargard nach Posen anbelangt, so scheintes uns im Interesse von Stettin vor Allem wünschenswerth, die-selbe und dadurch auch den Weg nach Breslau abzukürzen. Esließe sich dies am besten durch eine Linie bewerkstelligen, welche anWoldenberg hingehend, die Netze zwischen Driesen und Filehne unddie Warthe bei Wronke unter sehr günstigen Terrainverhältnissenüberschnitte, um 5 Meilen kürzer, als die über Deutsch - Cronewerden und weit fruchtbarere Landstriche durchziehen würde, alsLetztere. Die Verbindung von Posen nach Berlin und Frankfurt wäre dadurch zugleich auf die zweckmäßigste und wohlfeilste Weisevermittelt.

Indem das von uns bezeichnete Netz die kürzeste Ver-bindung von Stettin nach Posen und Breslau , und von Posen nachBerlin gewährt, befördert es nicht nur die Verbindung von Berlin und Stettin mit Bromberg und der obern Weichsel , sondern-

den Kreisen, die sie durchstießt, mit Stettin und Berlin zu vermitteln.Dazu dient sie allerdings und wurde zu Nichts anderem benutzt, bevorder große König, fast unmittelbar nach der Besitzergreifung des Landes,durch Anlage des Bromberger Kanals die Hauptverbindungsstraße zwischendem Weichsel und dem Odergebiet daraus machte. Seit 1744 wird sieals solche benutzt, für den Vertrieb von Waaren aller Art zwischen Mag­ deburg und Warschau , oder Königsberg , so wie der dazwischen liegendenHandelsplätze. Der Verkehr darauf hat in den letzten Jahren selbst so zu-genommen, daß häufig die Kanal-Schleusen Tag und Nacht in Bewe-gung sind.

Daß Getreide und Holz in der Richtung gegen Westen einengroßen Theil der darauf verschifften Güter bilden, wird nicht bestricken.Die Masse dieser Gegenstände aber kommt von der obern Weichsel undihren Nebenflüssen, während der kleinste Theil die Produkte des Netze-landes selbst noch immer bedeutend größer sind, als sie in der Rich-tung über Conitz sein könnten, wo auch nur Holz oder Getreide und vonLetzterem oft nicht so viel, als man bedarf, produeirt werden. Der Verkehrauf der parallel mit der Netze führenden Chaussee ist allerdings nicht be-deutend, jedoch nicht geringer als die Frequenz der Conitzer Straße. Sieist auf Letzterer zwischen Rnschendorf und Dirschau faktisch noch unbedeu-tender, als zwischen Rnschendorf und Bromberg . Und dieser durchgehendeVerkehr der Reisenden von der Weichsel nach den Odergegenden und um-gekehrt der in älterer Zeit sich auf der Bromberger Straße bewegte,während er gegenwärtig der Conitzer Straße, ohne dieselbe beleben zukönnen, zugewendet, wird künftig derjenigen Richtung zufallen, welche manüberhaupt für die Bahn zwischen Oder und Weichsel wählen will.