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hat. — Zugeben wird der Herr Gegner doch hoffentlich, daßdurch die Anlage einer Eisenbahn, als bloße Thatsache für sich be-trachtet, die Gegend, durch welche sie geht, noch nicht so gehobenwird, daß urplötzlich eine ungeheure Masse von Gütern mehr, alsbisher in den Verkehr gezogen wird, zumal Fabrik-Anlagen rc.,die allerdings mit der Zeit neben frequcnten Weltstraßen sich bil-den werden, nicht wie Pilze während der Nacht aus der Erde wach-sen. Ist dieses aber richtig, so fragen wir: aus welcher andernUrsache die angegebene Wirkung etwa entspringen könnte? UnsernBeobachtungen zufolge hat sich der Güterverkehr auf den Flüssenund auf den bisherigen Verkehrsstraßen, neben welchen jetzt Eisen-bahnen führen, nicht nur nicht gehoben, sondern er ist bis auf diewenigen Artikel, deren Transport auf Eisenbahnen zur Zeit nochzu kostbar ist, größtentheils auf die Eisenbahnen übergegangen,so daß der Güterverkehr auf den Eisenbahnen aus der Spoliationder Wasser- und übrigen Verkehrsstraßem entstanden ist. — Würdez. V. die in Rede stehende Eisenbahn neben der Netze angelegt, soist es nun zwar so klar wie der Tag, daß dadurch kein andererVerkehr auf der Netze und in der Umgegend derselben hervorge-bracht werden würde, als jetzt vorhanden; jedoch den bisherigenuralten Transit aus Ostpreußen über Conitz würde diese Eisenbahnan sich ziehen. Würde dann der Gegner sagen: seht Ihr, habe ichnicht recht, hat sich nicht der Verkehr an der Netze sehr gehoben?so würden ihm, wenn er ein Spekulant wäre, seine Konsorten Bei-fall klatschen, aber der Staatswirth müßte das Haupt schütteln undsagen: ich sehe weiter nichts, als daß Du mit ungeheuern Kostenden Verkehr aus seiner alten Bahn gerissen und auf Umwegen einerneuen zugeführt hast! Wahrlich! das wohlverstandene Interessedes ganzen Landes wäre durch eine solche Operation schlecht geför-dert. Das sind die Schattenseiten des Eisenbahn-Systems; derHerr Verfasser stellt sie als Lichtseiten dar. Wenn der Herr Geg-ner übrigens mit seiner oben bemerkten Aufstellung recht hätte, sowürde ganz Deutschland sich geirrt haben, als es in der Anlageeiner Eisenbahn zwischen Cöln und Antwerpen ein Mittel sah, Hol land zu Concessionen für die Rhcinschifffahrt zu zwingen, und Hol land würde sich gleichfalls in einem großen Irrthum befinden, wennes sich jetzt, wie doch der Fall, wirklich zu Concessionen versteht!Wir können also der Ansicht des Herrn Gegners, daß die Eisen-bahnen als bloße Supplemente der Wasserstraßen dienen, nicht bei-