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treten; wir halten sie vielmehr für Ersatzmittel derselben, und wennauch der Transport von Holz, Getreide, Steinkohlen und ande-rer dergleichen voluminöser und wohlfeiler Artikel auf Eisenbahnenzur Zeit noch zu kostbar sein mag, so kann sich dieses, da die Bahndes Fortschritts noch nicht geschlossen, vielleicht bald ändern und einwohlfeilerer Betrieb der Eisenbahnen auch den Transport der be-merkten Artikel ermöglichen. Ist diese unsere Ansicht aber richtig,so folgt ferner daraus:
daß neben ausreichenden Wasserstraßen Eisenbahnen über-flüssig sind und daß, wenn dessenungeachtet solche angelegtwerden, dieses zwar im Interesse der Geldspekulation gesche-hen mag, aber für daS Interesse des gesammten Staats keineVeranlassung dazu vorwaltet.
Wir halten uns auch durch die vom Herrn Gegner zum Be-weise seiner Aufstellung citirtcn Beispiele Frankreichs , Englands,Amerikas , Deutschlands und der ganzen civilisirten Welt nicht wi-derlegt; wir finden dieselben vielmehr nichts weniger als passend; dennu. in Frankreich werden die Eisenbahnen, die der Herr Gegnernennt, nicht von der Regierung, sondern von Gesellschaften gebaut,denen nicht an der Förderung des wohlverstandenen Interessesdes Landes, sondern nur daran gelegen ist, wenn auch durch Spo-liation des Wasserverkehrs sich Vortheile zu verschaffen; oder hatder Herr Gegner die Gründe übersehen, die Herr Köchlin in derDeputirtenkammer für den eiligen Betrieb und für den Zuschuß beidem Bau der Bahn von Straßburg nach der Schweizer Grenzegeltend machte, und welches Wehklagen sich in der Badenschen Kam-mer erhob, als der Bau der Badenschen Eisenbahn nach der Schwei zer Gegend sich verzögerte? Ersterer führte geradezu an, daß, wennsie auf französischer Seite zuerst mit der Eisenbahn fertig würden,sie den bisher auf der Badenschen Seite gehenden Transit aus derSchweiz an sich ziehen würden (worauf auch der Zuschuß bewilligtwurde) und die Badensche Kammer fürchtete, durch die Zögerungeinen unersetzlichen Verlust zu erleiden.
Von den Staatsbauten in Frankreich wird auf der Tour nachdem Süden an der Strecke bis Orleans gebaut; diese Bahn sollalso direkt nach dem Süden führen; nach den Theorien des HerrnGegners müßte sie die Seine , den Armanoon, die Saone und Rhöneentlang, über Lyon gehen, und wahrlich die Verbindung zwischenParis und Lyon ist für vie französische Regierung von ungleich
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