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Das preussische Eisenbahnnetz : mit besonderer Beziehung auf die östlichen Provinzen / vom Amtsrath Livonius und Oeconomiecommissarius Mertens
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Material von hier dorthin geliefert werden müßte, ohne weiter zugedenken, daß, nach dem Zusammenfluß der kleinen Flüßchen, diedaraus entstandenen größeren Flüsse zur Betreibung von Fabrik-Anlagen nicht mehr so gut geeignet sind, als die Ersteren.Sollte also das scharfblickende Auge eines Staatswirths die Ge-gend, durch welche wir die Eisenbahn wünschen, nicht weit eher,als die an der Netze, als ein geeignetes Feld einer schöpferischenThätigkeit erachten? Unser Herr Gegner freilich scheint zu glauben,daß zur Begründung einer Industrie Waizenboden gehöre; da er inBerlin schreibt, so sollte er über diesen Gegenstand anders denken.Unser Herr Gegner wirft uns einen oiwor in csleulo in Betreffder Meilenzahl für die verschiedenen Linien vor; nehmen wir Frie-deberg als den Anfangs- und Dirschau als den Ausgangs-Punktan, so beträgt nach der bvm Professor Schmidt herausgegebenenKarte von Deutschland die Tour über Driescn, Filehne, Bromberg ,

42 Meilen,

die über Deutsch -Krone, Conitz, Preuß. Stargard . . 34 - ,

letztere ist mithin um 8 Meilenkürzer; woher unser Herr Gegner die Differenz nur auf 3^ Meilenberechnet, hat er nicht angegeben. Auf unserer Tour sind aller-dings einige, durch kleine Flüsse gebildete Einschnitte mehr, als ander Netze entlang; sonst aber ist das Terrain durchaus eben undflach, und werden jene Terrain-Hindernisse unseres Erachtens nachmehr als ausgeglichen durch diejenigen, die auf der Tour hinterBromberg an der Weichsel entlang befindlich sind. Wollen wiraber auch nur annehmen, daß die Baukosten sich gleich hoch proMeile belaufen, so beträgt, wenn diese circa 316,000 Thlr. sind,die Differenz im Anlage-Kapital 2,528,000 Thlr.

Wenn es unserm Herrn Gegner nicht lieb ist, daß wir dievon ihm gewünschte Richtung der Bahn eine Russisch-Polnische ge-nannt haben, so mag er bedenken, daß er uns dazu selbst Veran-lassung gegeben, indem er als einen Zweck der Bahn die dereinstigeFortsetzung derselben über Thorn nach Warschau angegeben. Unswill es bedünken, daß, bevor der Herr Gegner über seine Bahn dasMotto setzt:Hier geht der Weg nach Warschau, " es gerathenerwäre, vorläufig die Flanken etwas von der Grenze zu entfernen;denn was er auch immer sagen mag, in Abrede kann er es nichtstellen, daß in einer Nacht die Eisenbahn bei Bromberg von derrussischen Grenze aus zu erreichen und zu coupircn ist; und Bromberg