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Das preussische Eisenbahnnetz : mit besonderer Beziehung auf die östlichen Provinzen / vom Amtsrath Livonius und Oeconomiecommissarius Mertens
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>vtr glauben versichern zu dürfen, daß wenn der Handelsverkehrzwischen den gedachten Städten sich sehr vervielfältigen sollte, wozubei den bekannten Grenzverhältnifsen von Rußland wenig Aussichtvorhanden ist, die Netze und der Kanal zur Vermittelung diesesVerkehrs ausreichen werden, und daß unbeschadet der Fürsorge fürdiesen Handel die Anlage einer Eisenbahn noch auf sehr langeJahre ausgesetzt werden könnte. Richtig ist es, daß die Kanal-schleusen, wie unser Hr. Gegner sagt, häufig Tag und Nacht inBewegung sein müssen, und daß oft Störungen auf dem Kanalvorkommen; die Ursache von dieser Bewegung ist jedoch nur ledig-lich und allein eines Theils die Holzflößerei, die seit mehreren Jah-ren ungemein zugenommen hat, unv andern Theils die zeitweiseeintretenden starken Versendungen von Getreide. Wenn diese Ver-hältnisse stationär bleiben sollten, so dürfte die Anlage eines zwei-ten Kanals dem Bedürfniß radikal und angemessener abhelfen, alseine Eisenbahn von Bromberg nach Berlin , auf der Holz und Ge-treide doch nicht versendet werden können.

Wenn der Landtag in Danzig für die Bahn an der Netze ent-lang petitionirt hat, so ist dieses wohl daher gekommen, weil bisdahin die gerade Richtung der Bahn noch gar nicht zur Sprachegebracht war und damals nur die Wahl zwischen der Richtungüber Stettin und der an der Netze offen stand; daß dem Interessevon Ostpreußen die Bahn an der Netze entlang mehr zusagt, alseine Bahn über Stettin , haben wir in unserem ersten Artikel schonbemerkt; denn hinter Stettin kann kein unmittelbarer Handel mehrzwischen den ostpreußischen Handelsstädten und den mittleren.Pro-vinzen stattfinden.

Resumiren wir nun unsere Gründe für die von uns gewünschteRichtung der Bahn:

1) Die Netze ist nach ihrer Größe und Länge zunächst dazu be-stimmt, daß darauf die Rohprodukte ihres Bezirks, bestehend inHolz und Getreide, verschifft und verstößt, andrerseits die geringeQuantität der für die Gegend nöthigen kolonial - Waaren einge-holt werde, zu welcher Art von Verkehr die Netze vollständig ausreicht.

Will unser Hr. Gegner dieses nicht einräumen, so bitten wirihn, sich darüber zu äußern:

In welcher Art und aus welchen Gründen er glaubt, daßdurch die Anlage einer Eisenbahn neben der Netze der Han-del daselbst sich ändern und umgestalten werde; ob künftig