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Das preussische Eisenbahnnetz : mit besonderer Beziehung auf die östlichen Provinzen / vom Amtsrath Livonius und Oeconomiecommissarius Mertens
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fach über einen derartigen Vorwurf sein. Auch er hat mit un-ermüdeter Sorgfalt dem wohlthätigen Zwecke eines bessern Agri-kultursystems sich geweiht und es klingt wahrlich nicht gut, daßHr.16 die außerordentlichen Riesclanlagen am Schwarz-wasser ins Lächerliche zu ziehen scheint. Wenn derselbe glaubt,daß nnr Lehmboden etwas zu produziren im Stande sei, so giebtuns der Besitzer von Gramen; den Beweis, einem eminenten Geistesei Nichts unmöglich. Er kultivirt den Sand. Da übrigens Hr. 16 auf dem Felde der Wirksamkeit zweier hier so ausge-zeichneten Männer wahrscheinlich ein Fremdling ist, so glauben wirauch, er hätte besser gethan, sie auf demselben nicht anzugreifen.

Hr. I6 verlangt wiederholentlich, die Bahn solle Kujavienberühren und zwar des guten Bodens halber, den dieser Distrikthat. Aber ist er in der That besser, als der des üppigen StrichLandes an der Küste? Wir haben den See, jene die Flüsse;jene sollen wegen der Flüsse und Kujaviens, so wie der Mehr-einwohnerzahl der Städte halber die Eisenbahn haben; ein gleichesRecht werden die Strandbewohner für sich verlangen. Warumwollen wir den Streit nicht friedlich theilen und die Bahn in dieMitte legen? Sehr richtig erscheint uns die Angabe unsers Ver-treters in Bezug auf die Nachtheile der Stromschifffahrt gegen eineneben demselben liegende Eisenbahn, und wir würden uns ohnesonderlichen Aufwand von Gelehrsamkeit davon überzeugt gehaltenhaben, wenn wir auch nicht an die durch Lord Campbell demObcrhause am 11. März überreichte Petition, welche den Unter-gang der Schiffahrt unter solchen Verhältnissen voraussagt, ge-dacht hätten.

Geht die Bahn aber nicht längs der Küste und auch nichtlängs der Netze rc., sondern mitten durchs Land, so bleibt der Was-serverkehr nach wie vor, und den Bewohnern beider nahe liegendenProvinzen (Pommern und Posen) wird es gleich möglich werden,dieselbe zu erreichen und zu benutzen.

Uebrigens sind die Einwohner des Chausseeweges für die Streckevon Woldenberg bis Dirschau von Hrn. 16 nach einer älternGeographie summarisch auf 14,000 veranschlagt, während sie inder Wirklichkeit das Doppelte betragen. Bromberg und Schneide-mühl gleichen diese 28,000 Seelen also keincsweges aus; wohldürfen wir für uns aber noch die Behauptung aufstellen, daß, wenn