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merhin diese Linie an unserer Pommerschen Grenze, wir habenohnedies so wenig, nnd dürsten fürwahr nicht den Neid der Nach-barprovinzen durch die uns gewordenen Vorzüge erregen. Besseralso die eine Bahn haben, als auf zwei dergl. hoffen.
Wenn Sie ferner in Ihrer Entgegnung No. 114 dem Amts-rath Livonius Schuld geben, daß er ein Mal die Bahn vonBerlin nach Landsberg u. s. w., und das andere Mal von Frank furt nach Küstrin legt, so halte ich dies für ein Mißverständniß;ich glaube im Gegentheil, daß er beide Male dasselbe sagt, nämlich:von Berlin nach Küstrin und wieder bis Landsberg wird dieBahn gut rentiren, eben so von Küstrin nach Frankfurt ,beide Strecken würden also möglicher Weise von Privaten her-gestellt werden; tritt indeß nicht gleich eine Gesellschaft insLeben, welche diese Bauten für sich übernimmt, so müßteallerdings der Anfangspunkt der großen Bahn Frankfurt sein.Jene wird sich unbezweifelt von selbst finden.
Dann aber weiß ich nicht, was uns eine Eisenbahn nach Po len , auf welcher doch dem preuß. Staat durch die russische Sperrealler Güter- und Waaren - Verkehr abgeschnitten ist, nützensoll? —
In Betreff des Nachtrags und der weiteren Erklärungen,No. 116, dünkt mich, hat sich in der Sache Nichts geändert, undich nehme in keiner Weise mein Wort zurück. Sie wiederholen,was Sie früher schon gesagt haben, und geben uns durch den Scherzmit der Kösliner Bahn fürwahr eine sehr spärliche Genugthuung.Hinsichtlich der Einwohnerzahl an der Chausseestreckc von Wolden-berg bis Dirschau , räumen Sie ein, daß ich nicht Unrecht und daßSie nicht Recht haben; vielleicht werden Sie noch manches Anderein Rücksicht Ihrer Unbekanntschaft mit uns, unserer Lage undGröße, unserer Einrichtung und Verhältnisse und — endlich unserer kom-merziellen und wirthschaftlichen Thätigkeit zugeben, und werdendann, wenn Sie die neuesten Werke über Posen rc. lesen, unsarme Pommern (liegt Schlawe nach Ihrer Ansicht nicht in Pom mern ?) und Westpreußen nicht mehr nach Sagen der Vorzeit ab-schätzen. v. Dramitz.