jetzt die Eisenbahn angelegt werden soll? Wie sollte sich der Staatdazu hergeben, den Handel aus seinen alten Fugen zu reißen unddie vielfältigen Erwerbsmittel, die sich dort daraus gebildet hatten,selbst zu zerstören, um eine Eisenbahn durch Gegenden zu führen,deren sie an und für sich auch nicht im Mindesten bedürfen? Dennsind nicht durch die in ihrer Nähe gehende Stettin -Stargardter,Frankfurt-Posener und durch die östliche Bahn, ferner durch dieNetze und Warthe und durch die Chausseen, die Handels- undVerkehrs - Bedürfnisse dieser Gegenden vollkommen gedeckt? Manwende nicht ein, daß die Stargardt-Posener Bahn kein Staats«, son-dern ein Privat-Unternehmen fei. — Der müßte sehr kurzsichtigsein, der da glauben sollte, daß diese Bahn auf Kosten der Actio-naire gebaut oder künftig unterhalten werden könne. Warum diesnicht möglich sein wird, bedarf schon jetzt keiner weiteren Ausein-andersetzung. Damit aber die bereits verwendeten Capitalien nichtverloren gehn, wird der Staat sich nicht einbrechen können, dieBahn früher oder später selbst zu übernehmen, worauf von den Bethei-ligten wohl auch mit hingewirkt wird.
Wir werden uns in dem folgenden Artikel über diese Bahnnäher, und wie es die überaus große Wichtigkeit des Gegenstandeserfordert, umständlicher auslasten.
Soll der Zweck des Eisenbahn-Netzes, das der König gemein-schaftlich mit seinem Volke anzulegen beschlossen hat, erreicht wer-den, so kann dabei nur das Interesse des ganzen Staats in seinerAllgemeinheit, also die politische und strategische Seite i» Betrachtkommen, und wir behaupten, daß gerade diejenigen Linien, die inpolitischer und strategischerHinsicht für die zweckmäßigsten gelten, es auch ürmerkantilischer Beziehung sind, und den Verkehrs - Bedürfnissen derProvinzen unter sich am Besten entsprechen. Man denke sich stattder von unserem Gegner vertheidigten folgende Bahnen:
1. Die große östliche Eisenbahn von Frankfurt ausgehend, überLandsberg , Friedeberg, Woldenburg, D. Krone, Jastrow, Co-nitz, Stargardt, Tirschau bis Königsberg , gewissermaßen dasRückgrad des Netzes vorstellend, also nicht krumm an derNetze herum, sondern gerade, wie das Rückgrad in jedemwohlgebildcten Leibe.
2. Eine Bahn von Stargardt nach Landeck (besser über Neustet-tin nach Schlochau ) zum Anschluß an die östliche Bähn.