82
unS auch zu sagen, warum alsdann diese Waaren nicht von DirschanauS direkt, sondern auf einem Umwege von 8 Meilen über Brom-berg gehen sollen? Herr Kaulsuß dichtet, daß Friedrich der Großeden Canal von Brombcrg zur Verbindung der mittleren Provinzen mitOstpreußen haben anlegen lassen; das wäre geradezu eine Sottise füreinen so großen Geist; der Eanal wurde zur Verbindung einerseitsder mittleren Provinzen mit Polen , und andererseits Danzig's mirdem Netzdistricte angelegt, und dieses ist heutigen Tages noch seinZweck und seine Bestimmung, wenngleich der Handel mit Polen ,außer mit Holz und Getreide, auf ein mimmum reducirt ist, daswahrlich keiner Eisenbahn bedarf. Herr Kaulsuß beklagt sich überdie starke Einguarrirung und über die Truppenmärsche durch jeneGegenden in den Jahren 1806—1807 und 1812, und scheint dieEisenbahn auch als eine Entschädigung jener Gegend für die dabeiausgestandene Last und als eine Erleichterung für die Zukunft zuforkcrn; wir sind daran gewöhnt, daß Eommunal-Beamte in derRegel jeden Gegenstand mit der Einquartirung in Bezug bringen,aber Herr Kaulsuß geht doch offenbar zu weit, wenn er verlangt,daß Preußen die unbcrichtigt gebliebene Rechnung der dama-ligen Alliirten jetzt noch guten Freunden der Bewohner jener Ge-gend bezahlen soll; künftig werden die Truppenmärsche unzweifelhaftder Eisenbahn folgen, und Herr Kaulsuß kann in dieser Hinsichtberuhigt sein. Zuletzt beruft sich Herr Kaulsuß noch auf den eonimon8onso, das heißt, auf den gesunden Menschenverstand; wir dächten,daß es im Interesse der Vertheidiger der Linie an der Netze liege,den gesunde» Menschenverstand ganz aus dem Spiele zu lassen.
iul o. Den Aufstellungen des Gegners, daß nämlich die Ge-gend an der Netze entlang eine reichere und bewohntere ist, als dieüber Conitz, und das Nationalvermögen dadurch, daß größereWerthe vou der Einwirkung der Eisenbahn betroffen werde», mehrgewinnt, als in Richtungen durch weniger gute Landstriche.
Wie wir schon früher bemerkt, ist die Gegend an der Netzean und für sich keineswcges besser, als die an der Linie, die wirfür die Eisenbahn wünschen, es. beruht auf Perfidie oder auf voll-kommenster Nnkunde, wenn stets von Westpreußen als von einerWüste gesprochen und insinuirt wird, als sei darunter nichts wei-ter, als die Tuchclsche Haide zu verstehe». Die von uns vorge-schlagene Linie geht nur auf der kurzen Strecke von 4 Meilen vor-längs der Tuchclschen Haide, nicht durch dieselbe; aber selbst diese